Was man oft als "Unkraut" bezeichnet, sind Pflanzen, die in Gärten und Feldern als unerwünscht gelten. Sie sind keine gezielt angebauten Pflanzen, sondern wild wachsende Pflanzen, die in Gärten, Feldern und anderen Kulturlandschaften unerwünscht sind.
Sie konkurrieren mit unseren Kulturpflanzen um Licht, Raum, Wasser und Nährstoffe, zum Teil so stark, dass sie kaum noch Ertrag bringen oder völlig „untergehen“. Einschließlich ihrer Giftigkeit, Verwendung, Kontrollmethoden, Vitamingehalt und potenzieller Heilwirkung nehmen sie auch schlicht den Platz im Beet weg.
Dennoch soll hier eine Unterteilung wagt werden. Ich mein echtes Unkraut hat keine wirtschaftliche Bedeutung für den Menschen, es ist weder Essbar noch Medizinisch von Interesse. Echtes Unkraut bezeichne ich deshalb als echte Wildkraut. Es sollten keine Kulturen angelegt werden und auch nicht als Gründünger verwendet werden da diese nur schwer zu kontrollieren sind.
Etwas anders sieht es mit der Bezeichnung Beikraut aus. Sie weist bereits im Sinn des Wortes auf eine mögliche Koexistenz hin. Wer den Begriff Wildkräuter verwendet, geht noch ein Stück weiter und betont damit auch die Nutzbarkeit der Pflanzen. Es gibt verschiedene Beikräuter, die man im Frühling gut stehenlassen kann, wie den kriechenden Günsel, Veilchen, wilde Möhren, Hirtentäschel etc.
Alle diese Pflanzen haben gemein, dass sie im Wuchs niedrig bleiben und sich im Vorsommer wieder einziehen und somit keine starke Konkurrenz für Kulturpflanzen darstellen. Beikräuter, welche Kulturpflanzen nicht aus ihrem Lebensraum verdrängen, dürfen nicht größer werden als die Kulturpflanzen und nicht mit ihnen in Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe gehen.
Anders verhält es sich z. B. mit Quecke, Winde, Acker-Schachtelhalm und Franzosenkraut, die aufgrund ihres schnellen Wachstums so schnell wie möglich aus dem Beet entfernt werden sollten. Besonders auf Beeten mit langsam aufwachsenden Direktsaaten wie Möhren, Pastinaken oder Zwiebeln, ist es wichtig, die Fläche frei von Beikräutern zu halten.
Regelmäßiges Jäten und Hacken verschafft den Kulturpflanzen Zeit zum Wachsen. Alle Kleearten und der Löwenzahn sind wichtige Lieferanten für Pollen und Nektar und ernähren Bienen, Hummeln, Käfer und Schmetterlinge. Die Brennnessel ist eine wichtige Futterpflanze für die Raupen von etwa 50 verschiedenen Schmetterlingsarten; einige sind sogar zwingend auf Brennnesseln als Raupenfutter angewiesen. Andere Schmetterlinge benötigen Wegerich-Arten, bestimmte Gräser oder fressen an Wilder Möhre.
Viele Beikraut-Arten wachsen in unseren Landschaften leider nicht mehr von selbst, da das Saatgut der Kulturpflanzen heute fast vollständig von Unkrautsamen gereinigt wird, Herbizide gespritzt werden und konventionelle Nutzpflanzen durch Züchtungen immer wuchsfreudiger werden.
Heute stehen bereits ein Drittel der 350 einheimischen Beikraut-Arten auf der Roten Liste und mit jeder Art, die ausstirbt, verlieren durchschnittlich 13 Insektenarten ihren Lebensraum.
Unkräuter sind Teil des Ökosystems und können positive Funktionen erfüllen, z.B. als Lebensraum für Nützlinge oder zur Bodendeckung. Im Garten- und Ackerbau sind sie jedoch meist unerwünscht und müssen kontrolliert werden. Nachhaltige Unkrautbekämpfung setzt auf Prävention, Fruchtfolge, Mulchen und mechanische Maßnahmen statt chemischer Unkrautvernichtung. 🌱🌿