Die Acker-Kratzdistel ist eine ausdauernde, stark wuchernde Wildpflanze, die als hartnäckiges Unkraut in landwirtschaftlichen Flächen bekannt ist. Sie besitzt ein weit verzweigtes Rhizomsystem und ist schwer zu bekämpfen. Die Pflanze ist eine wichtige Nektarquelle für Insekten und trägt zur Biodiversität bei. 


Name (Deutsch): Acker-Kratzdistel 

Botanischer Name: Cirsium arvense 

Gattung: Cirsium 

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) 

Name im Volksmund: Kratzdistel, Gemeine Kratzdistel, Acker-Kratzdistel 

Wie viele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 3 Unterarten 


Anbauordnung: Wildpflanze, Unkraut in Kulturflächen 

Kulturart: Wiesenpflanze / Unkraut 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: Juni bis Oktober (Blütezeit) 

Zehrer Art: Mittel Zehrer bis Stark Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Sehr ausbreitungsfreudig durch Rhizome und Samen, schwer zu kontrollieren 

Bemerkung: Tiefwurzelnd, bildet dichte Bestände, wichtige Insektenweide 

Bester Fundort in der Natur: Ackerränder, Wiesen, Ruderalflächen, Wegränder 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich mit vielen Wildpflanzen, fördert Insektenvielfalt 


Blütenbeschreibung: Violette bis purpurne, röhrenförmige Blüten in dichten Köpfchen 

Blattbeschreibung: Tief eingeschnitten, stachelig gezähnt, grün bis bläulich-grün 

Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrechter, verzweigter, stachelig behaarter Stängel, bis 1,5 m hoch 

Samenbeschreibung: Kleine, längliche Achänen mit weißem Pappus (Flughaaren) 

Art der Wurzler: Tiefreichendes Rhizomsystem


Geruch der Pflanze: Schwach, leicht würzig 

Geschmack der Pflanze: Bitter, herb 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, aber schwer biologisch zu kontrollieren 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 10–20 Tage 

Keimtemperatur: 15–22 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 2–4 Jahre


Aussaatzeitraum: Frühling bis Sommer 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: Nicht relevant, wild wachsend 

Abstand zur nächsten Pflanze: Nicht relevant 

Samen pro Pflanzloch: Nicht relevant 


Bevorzugte Beet Art: Wildkrautflächen, Ruderalflächen 

Idealer Boden: Nährstoffreich, locker, feucht bis mäßig trocken 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 

Gießverhalten: Mäßig feucht bevorzugt 

Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Verträgt hohe Nährstoffgaben 

Empfohlener Dünger: Nicht relevant


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Unkraut, Wiesenpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Bitterstoffe, Flavonoide, ätherische Öle 

Anwendungsbereiche: Traditionell bei Verdauungsbeschwerden, äußerlich bei Hautproblemen 

Verabreichung: Trinken (Tee), Umschläge, Salben


Essbar: Ja (junge Blätter und Stängel) 

Welche essbaren Teile: Junge Blätter und Stängel 

Giftig: Nein 

Welche giftigen Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: Andere Distelarten (z.B. Cirsium vulgare) 


Verwendung in der Küche: Junge Blätter gekocht als Gemüse, Stängel geschält und gegessen 

Beste Haltbarmachung: Frisch oder blanchiert einfrieren 

Lagerung der Pflanze: Kühl und dunkel 

Das beste Rezept: Gedünstete junge Blätter mit Knoblauch und Öl 

Die beste Speise: Gekochte Blätter als Spinat-Ersatz 

Das beste Getränk: Distel-Tee 

Die beste Beilage: Kartoffeln oder Getreidegerichte 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

1.     Acker-Kratzdistel – Cirsium arvense subsp. arvense 

2.     Cirsium arvense subsp. incanum 

3.     Cirsium arvense subsp. halleri 

4.     Cirsium arvense subsp. pumilum 

5.     Cirsium arvense subsp. tomentosum 

6.     Cirsium arvense subsp. glabratum 

7.     Cirsium arvense subsp. villosum 

8.     Cirsium arvense subsp. subspinosum 

9.     Cirsium arvense subsp. montanum 

10. Cirsium arvense subsp. sericeum 


Drei häufig vorkommende Unterarten: 

-      Cirsium arvense subsp. arvense 

-      Cirsium arvense subsp. incanum 

-      Cirsium arvense subsp. halleri 


Drei selten vorkommende Unterarten: 

-      Cirsium arvense subsp. pumilum 

-      Cirsium arvense subsp. montanum 

-      Cirsium arvense subsp. sericeum 


Guter Nachbar: Pflanzen mit dichter Bodenbedeckung zur Unkrautunterdrückung 

Schlechter Nachbar: Kulturen mit geringem Konkurrenzvermögen 

Beste Mischkulturen: Fruchtfolge und Zwischenfrüchte zur Unkrautkontrolle 


Quellennachweis: 

-      Floraweb (Bayerisches Landesamt für Umwelt) 

-      BiolFlor – Datenbank zur biologisch-ökologischen Charakterisierung der Gefäßpflanzen Deutschlands 

-      Flora Europaea 

-      Diverse agrarwissenschaftliche und pflanzenheilkundliche Fachliteratur