Alpen-Johannisbeere Ribes alpinum ‘Schmidt’
Die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum ‘Schmidt’) ist ein robuster, winterharter Zier- und Nutzstrauch, der sich ideal für Hecken, naturnahe Gärten und als Vogelnährpflanze eignet. Die Sorte ‘Schmidt’ ist besonders wüchsig, pflegeleicht und attraktiv durch ihre glänzenden Beeren und das dichte Laub.
Alpen-Johannisbeere ist ein anspruchsloser, mehrjähriger Strauch mit dekorativen Beeren und dichtem Wuchs. Sie eignet sich hervorragend als Heckenpflanze, Vogelschutzgehölz und für naturnahe Gärten.
Wie der Name schon verrät, ist die Alpen-Johannisbeere tatsächlich in den Alpen beheimatet, wo sie bis in Höhenlagen von 1.600 Metern vorkommt.
Aber nicht nur hier: Ihr gesamtes Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Mittel- und Nordeuropa und auch in Nord- und Ostasien ist sie in der Natur zu finden. Die Alpen-Johannisbeere gehört zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae), ihre Früchte gelten aber anders als die ihrer Schwestern als wenig schmackhaft.
Name (Deutsch): Alpen-Johannisbeere, Zwerg-Johannisbeere, Schmidt-Johannisbeere
Botanischer Name: Ribes alpinum ‘Schmidt’
Gattung: Ribes
Pflanzenfamilie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Name im Volksmund: Alpen-Johannisbeere, Zwerg-Johannisbeere
Wie viele Unterarten gibt es in Europa?
• Die Art Ribes alpinum umfasst keine Unterarten, aber es gibt mehrere Sorten und Zuchtformen, darunter ‘Schmidt’.
• In Europa sind keine natürlichen Unterarten bekannt, da Ribes alpinum eine Art mit großer Anpassungsfähigkeit ist.
• Bekannte Sorten:
- Ribes alpinum ‘Schmidt’ (wüchsig, dicht)
- Ribes alpinum ‘Green Mound’ (kompakt)
- Ribes alpinum ‘Pumilum’ (zwergwüchsig)
Anbauordnung: Kulturpflanze, Zierpflanze, Heckenpflanze, Waldpflanze
Kulturart: Gehölz (mehrjähriger Strauch), Heckenpflanze
Klimazone: Gemäßigte Zone (ursprünglich aus Europa und Asien, gut an mitteleuropäische Bedingungen angepasst)
Erntezeitraum: Juli bis August (Beeren)
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Winterhart bis -30 °C.
- Schnittverträglich – ideal für Hecken und Formschnitte.
- Keine besonderen Pflegeansprüche – sehr robust und pflegeleicht.
- Keine giftigen Pflanzenteile (für Mensch und Tier ungiftig).
Bemerkung:
- Die Sorte ‘Schmidt’ ist besonders wüchsig und eignet sich hervorragend für dichte Hecken.
- Die Beeren sind essbar, aber geschmacklich eher herb – besser für Vögel geeignet.
- Attraktiv für Insekten und Vögel (z. B. für Amseln, Drosseln).
Bester Fundort in der Natur:
- Ursprünglich in Europa und Asien (Bergwälder, Gebüsche, Flussufer).
- In Mitteleuropa nicht wild vorkommend, aber häufig in Gärten und Parks kultiviert.
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Gute Nachbarn:
o Heckenpflanzen: Liguster, Weißdorn, Holunder, Schlehe.
o Ziergehölze: Flieder, Weigelie, Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum).
o Stauden: Funkien, Elfenblumen, Waldsteinien.
- Schlechte Nachbarn:
o Starkzehrer wie Tomaten oder Kürbis (konkurrieren um Nährstoffe).
o Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen, aber unterschiedlichem Wasserbedarf (z. B. Lavendel).
- Wirkung:
o Schützt vor Bodenerosion (durch dichtes Wurzelsystem).
o Fördert die Biodiversität (lockt Vögel und Insekten an).
o Keine bekannte schädlingsabwehrende Wirkung.
Blütenbeschreibung:
- Unscheinbare, gelblich-grüne Blüten in kurzen Trauben.
- Blütezeit: April bis Mai.
- Duft: Leicht süßlich, aber nicht intensiv.
Blattbeschreibung:
- Dunkelgrün, glänzend, drei- bis fünflappig (ähnlich wie Johannisbeerblätter, aber kleiner).
- Herbstfärbung: Gelb bis rötlich.
- Blattstellung: Wechselständig.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechte, verzweigte Triebe, anfangs grün, später braun.
- Rinde: Glatt, mit zunehmendem Alter leicht rissig.
- Wuchsform: Dicht buschig, bis zu 1,5 m hoch.
Samenbeschreibung:
- Kleine, glänzende, rote Beeren (ca. 5–8 mm groß).
- Samen: In den Beeren enthalten, Keimfähigkeit: 2–3 Jahre.
Art der Wurzler:
- Flachwurzelnd (oberflächliche Wurzeln, aber weitreichend)
Geruch der Pflanze:
- Blüten: Leicht süßlich, aber nicht intensiv.
- Blätter: Aromatisch, leicht harzig.
- Beeren: Herb, leicht süßlich.
Geschmack der Pflanze:
- Beeren: Herb, säuerlich, nicht süß (roh kaum genießbar, besser für Vögel oder verarbeitet).
- Blätter: Mild, leicht herb (können für Tee verwendet werden).
Lebenszeitspanne:
10–20 Jahre (je nach Standort und Pflege)
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Robust gegen Schädlinge und Krankheiten (keine bekannte Anfälligkeit).
- Fördert die Biodiversität (lockt Vögel und Insekten an).
- Keine bekannte abschreckende Wirkung auf Schädlinge.
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 14–28 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung:
- Keine spezielle Vorbereitung nötig. Samen vor der Aussaat 24 Stunden in warmem Wasser einweichen (beschleunigt die Keimung).
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung)
Aussaatzeitraum:
- Vorkultur: März bis April (im Haus).
- Direktsaat: April bis Mai (im Freiland).
- Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm tief.
Abstand in der Reihe: 50–80 cm (je nach gewünschter Dichte).
Abstand zur nächsten Pflanze: 80 cm–1 m (für Hecken).
Samen pro Pflanzloch:
- 2–3 Samen (später auf die stärkste Pflanze vereinzeln).
Bevorzugte Beet Art:
- Heckenpflanzung, naturnaher Garten, Vogelschutzgehölz
Idealer Boden:
- Durchlässig, humos, mäßig nährstoffreich (verträgt auch leicht sandige oder tonige Böden).
pH-Wert des Bodens: 5,5–7,5 (sauer bis neutral)
Gießverhalten:
- Mäßig gießen, Erde zwischen den Wassergaben antrocknen lassen. Staunässe vermeiden (Fäulnisgefahr!).
Sonnenbedarf:
- Volle Sonne bis Halbschatten (für beste Beerenerträge volle Sonne).
Düngereinsatz:
- Mäßig, bei Bedarf organischen Gehölzdünger oder Kompost im Frühjahr.
Empfohlener Dünger: Kompost, Beerendünger, Hornspäne
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung:
- Gehölz (mehrjähriger Strauch), Heckenpflanze, Waldpflanze, Zierpflanze
Mit Heilwirkung: Nein (keine bekannte medizinische Anwendung)
Wirkstoffe: Keine bekannten medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe.
Anwendungsbereiche:
- Vogelnährpflanze (Beeren werden von Vögeln gefressen).
- Ziergehölz (dichte Belaubung, attraktive Beeren).
- Heckenpflanze (schnellwachsend, schnittverträglich).
Verabreichung:
- Nicht für den Verzehr geeignet (Beeren sind herb und nicht schmackhaft).
Essbar: Ja (Beeren)
Welche essbaren Teile:
- Beeren (roh herb, besser für Vögel oder verarbeitet zu Marmelade/Saft).
Giftig: Nein (in normalen Mengen ungiftig)
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Rote Johannisbeere (Ribes rubrum): Ähnliche Blätter, aber größere, süßere Beeren.
- Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Dunkelere Blätter, größere Beeren.
- Stachelbeere (Ribes uva-crispa): Dornige Triebe, größere Früchte.
Verwendung in der Küche:
- Beeren: Selten für Marmelade oder Saft (wegen des herben Geschmacks).
- Blätter: Können für Tee verwendet werden (mild-herb).
Beste Haltbarmachung:
- Beeren:
- Einfrieren (für späteres Verarbeiten).
- Einkochen (Marmelade oder Gelee, aber mit viel Zucker).
- Blätter:
- Trocknen (für Tee).
Lagerung der Pflanze:
- Frische Beeren: Im Kühlschrank 1–2 Wochen.
- Getrocknete Beeren/Blätter: Luftdicht, dunkel und kühl lagern (Haltbarkeit: 1 Jahr).
Das beste Rezept:
Alpen-Johannisbeer-Tee
Zutaten:
- 1 Handvoll frische oder getrocknete Blätter der Alpen-Johannisbeere
- 500 ml kochendes Wasser
- 1 TL Honig (optional)
- 1 Zitronenscheibe (optional)
Zubereitung:
- Blätter mit kochendem Wasser übergießen und 5–10 Minuten ziehen lassen.
- Abseihen und nach Belieben mit Honig und Zitrone süßen.
- Warm oder kalt genießen.
Die beste Speise:
Alpen-Johannisbeer-Marmelade (mit viel Zucker)
Zutaten:
- 500 g Alpen-Johannisbeeren
- 500 g Gelierzucker (2:1)
- Saft von 1 Zitrone
Zubereitung:
- Beeren waschen und entstielen.
- Mit Gelierzucker und Zitronensaft in einem Topf aufkochen.
- 4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dann in sterile Gläser füllen.
Das beste Getränk:
Alpen-Johannisbeer-Saft (mit Äpfeln gemischt)
Zutaten:
- 300 g Alpen-Johannisbeeren
- 2 Äpfel
- 500 ml Wasser
- Zucker oder Honig nach Geschmack
Zubereitung:
- Beeren und Äpfel waschen und entsaften.
- Mit Wasser und Zucker/Honig mischen.
- Mit Eiswürfeln servieren.
Die beste Beilage:
Alpen-Johannisbeer-Chutney
Zutaten:
- 300 g Alpen-Johannisbeeren
- 1 Apfel, gewürfelt
- 1 Zwiebel, fein gehackt
- 100 ml Apfelessig
- 50 g brauner Zucker
- 1 TL Ingwer, gerieben
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Alle Zutaten in einem Topf 30–40 Minuten köcheln lassen, bis eine sämige Konsistenz entsteht.
- In sterile Gläser füllen.
- Passt zu: Käse, Wild, Gegrilltem.
Unterarten in Europa:
Da Ribes alpinum keine Unterarten hat, werden hier 10 verwandte Arten der Gattung Ribes aufgeführt, die in Europa vorkommen:
- Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
- Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)
- Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
- Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum)
- Felsen-Johannisbeere (Ribes petraeum)
- Wald-Johannisbeere (Ribes sylvestre)
- Trauben-Johannisbeere (Ribes multiflorum)
- Duft-Johannisbeere (Ribes odoratum)
- Gold-Johannisbeere (Ribes aureum)
- Schleier-Johannisbeere (Ribes divaricatum)
Drei häufig vorkommende Arten:
- Ribes rubrum (Rote Johannisbeere)
- Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere)
- Ribes uva-crispa (Stachelbeere)
Drei seltenste Arten:
- Ribes petraeum (Felsen-Johannisbeere)
- Ribes multiflorum (Trauben-Johannisbeere)
- Ribes divaricatum (Schleier-Johannisbeere)
Drei älteste Arten (kultiviert seit Jahrhunderten):
- Ribes rubrum (Rote Johannisbeere – seit dem Mittelalter kultiviert)
- Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere – seit dem 16. Jahrhundert genutzt)
- Ribes uva-crispa (Stachelbeere – seit der Antike bekannt)
Guter Nachbar:
✅ Heckenpflanzen: Liguster, Weißdorn, Schlehe, Holunder
✅ Ziergehölze: Flieder, Weigelie, Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum)
✅ Stauden: Funkien, Elfenblumen, Waldsteinien
Schlechter Nachbar:
❌ Starkzehrer wie Tomaten, Kürbis oder Mais (konkurrieren um Nährstoffe).
❌ Pflanzen mit hohem Wasserbedarf (z. B. Weiden).
❌ Kompakte Pflanzen, die durch die dichte Krone der Alpen-Johannisbeere beschattet werden.
Beste Mischkulturen:
🌳 Heckenpflanzung:
- Alpen-Johannisbeere + Liguster + Weißdorn → dichte, schnittverträgliche Hecke.
- Alpen-Johannisbeere + Flieder + Holunder → blühende, bienenfreundliche Hecke.
🏞️ Naturnaher Garten:
- Alpen-Johannisbeere + Wildrosen + Schlehe → vogelfreundliche Bepflanzung.
- Alpen-Johannisbeere + Weigelie + Zierjohannisbeere → blühende Kombination.
🍃 Vogelschutzgehölz:
- Alpen-Johannisbeere + Eberesche + Wildapfel → attraktiv für Vögel.
Quellennachweis:
- Pflanzenfamilie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae) – nach APG IV-Systematik.
- Heilwirkung und Inhaltsstoffe: Keine bekannten medizinischen Anwendungen (Quellen: Heilpflanzen-Praxis heute von Siegfried Bäumler, Enzyklopädie der Heilpflanzen von Andrew Chevallier).
- Anbau- und Kulturhinweise:
o Gartenbau-Literatur (z. B. Der große Gehölz-Ratgeber von Andreas Bärtels).
o Staudengärtnereien und Baumschulen (z. B. Lorberg, Dehner).
- Verbreitung und Sorten:
o Bundesortenamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
o Kulturpflanzen-Datenbanken (z. B. Plants for a Future).
- Ökologische Bedeutung:
o Vogelschutz- und Nisthilfen (NABU, Vogel des Jahres-Projekte).
- Historische Nutzung:
o Traditionelle Verwendung in der Volksmedizin (z. B. Blätter als Tee-Ersatz).