Bittere Schleifenblume (Iberis amara)
Die Bittere Schleifenblume, auch als Bitterer Bauernsenf bezeichnet, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Schleifenblumen (Iberis) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehört.
Name (Deutsch): Bittere Schleifenblume
Botanischer Name: Iberis amara
Gattung: Iberis
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Name im Volksmund:
- Bittere Schleifenblume, Bittere Bauernsenf, Bittere Schleifenblumen, Berg-Iberis
Wieviele Unterarten in Europa:
- In Europa gibt es ca. 5–7 Unterarten oder Varietäten von Iberis amara, wobei die genaue Anzahl je nach taxonomischer Einordnung variiert. Die Art ist formenreich und hybridisiert mit anderen Iberis-Arten.
Anbauordnung: Kulturpflanze, Zierpflanze
Kulturart: Heil- und Zierpflanze, Wildkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone, bevorzugt warmes, sonniges Klima
Erntezeitraum:
- Mai–Juli (Blütezeit), Ernte der oberirdischen Teile während der Blüte
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Die Bittere Schleifenblume enthält Bitterstoffe, die verdauungsfördernd wirken, aber in großen Mengen Brechreiz auslösen können. Nicht für Schwangere oder Menschen mit Magen-Darm-Geschwüren geeignet.
Bemerkung:
- Die Bittere Schleifenblume ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die ursprünglich aus Südeuropa stammt. Sie wird heute vor allem als Zierpflanze in Gärten und als Heilpflanze angebaut.
Bester Fundort in der Natur:
- Trockenrasen, sonnige Hänge, Wegränder, lichte Wälder, kalkhaltige Böden
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit anderen sonnenliebenden Kräutern und Stauden wie Lavendel, Thymian oder Katzenminze. Als Mittelzehrer kann sie in Mischkultur mit schwachzehrenden Pflanzen wie Salbei wachsen.
Blütenbeschreibung:
- Weiße bis hellrosa Blüten in doldenartigen Blütenständen, die an Schleifen erinnern (Name!). Die Einzelblüten sind klein (ca. 5–8 mm) und haben vier Blütenblätter.
Blattbeschreibung:
- Länglich-eiförmige bis spatelförmige Blätter mit gezacktem Rand. Die Blätter sind grau-grün, leicht behaart und werden bis zu 5 cm lang.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechte, verzweigte Stängel, die eine Höhe von 20–40 cm erreichen. Die Stängel sind oft rötlich überlaufen und leicht behaart.
Samenbeschreibung:
- Kleine, braune bis rötliche Samen in schmalen Schoten, die bei Reife aufspringen und die Samen freigeben.
Art der Wurzler:
- Flachwurzler (oberflächliches Wurzelsystem)
Geruch der Pflanze: Leicht aromatisch, bitter
Geschmack der Pflanze: Sehr bitter (typisch für Bitterstoffpflanzen)
Lebenszeitspanne: Ein- bis zweijährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Keine spezifischen Methoden nötig. Die Bittere Schleifenblume ist robust und wird selten von Schädlingen befallen.
Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)
Keimdauer: 10–20 Tage bei optimalen Bedingungen
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung:
- Keine spezielle Vorbereitung nötig. Samen direkt auf die Erde streuen und leicht andrücken.
Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre bei trockener Lagerung
Aussaatzeitraum:
- März–Mai (direkte Aussaat ins Freiland) oder September (Herbstaussaat für frühe Blüte im nächsten Jahr)
Aussaat Tiefe: 0,5 cm tief
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm
Samen pro Pflanzloch:
- 3–5 Samen pro Loch, später auf die stärkste Pflanze vereinzeln
Bevorzugte Beet Art:
- Kräuterbeet, Steppenbeet, sonnige Staudenrabatten, Wildblumenwiese
Idealer Boden:
Trockener, durchlässiger, kalkhaltiger Boden, nährstoffreich
pH-Wert des Bodens: 7,0–8,0 (alkalisch)
Gießverhalten:
- Mäßig gießen, Staunässe vermeiden. Trockenheitsresistent.
Sonnenbedarf: Volle Sonne
Düngereinsatz:
- Mittelzehrer, leichte Düngung mit Kompost oder organischem Kräuterdünger.
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Kräuterdünger
Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Heilpflanze, Zierpflanze, Wildkraut, Würzpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe:
- Bitterstoffe (z. B. Glucosinolate), ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe
Anwendungsbereiche:
- Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, traditionell als Stärkungsmittel.
Verabreichung: Tee (Aufguss), Tinktur oder frischer Presssaft.
Essbar:
- Ja (aber aufgrund des intensiven Bittergeschmacks nur in kleinen Mengen)
Welche essbaren Teile: Junge Blätter, Stängel (vor der Blüte)
Giftig: Nein (aber in großen Mengen brechreizerregend)
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Andere Iberis-Arten wie die Schleifenblume (Iberis sempervirens) oder die Dolden-Schleifenblume (Iberis umbellata).
- Achtung: Verwechslungen sind möglich, aber die Bittere Schleifenblume hat einen intensiveren Bittergeschmack.
Verwendung in der Küche:
- Junge Blätter und Stängel in Salaten (in Maßen wegen des bitteren Geschmacks) oder als Bitterstoff in Likören und Magenbittern.
Beste Haltbarmachung:
- Trocknen der Blätter und Stängel für Tee oder Tinkturen
Lagerung der Pflanze:
- Getrocknete Pflanzenteile in dunklen, luftdichten Gläsern an einem trockenen Ort lagern
Das beste Rezept:
- Bittere Schleifenblumen-Tee (1 TL getrocknetes Kraut mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen)
Die beste Speise:
- Bittere Schleifenblumen-Salat (mit jungem Grün und einem Dressing aus Zitrone und Honig)
Das beste Getränk:
- Bittere Schleifenblumen-Likör (historisch als “Magenbitter” bekannt)
Die beste Beilage:
- Passt zu herzhaften Gerichten wie Wild oder deftigen Eintöpfen
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
Da Iberis amara sehr formenreich ist, sind hier 10 bekannte Unterarten oder nah verwandte Arten in Europa aufgeführt:
- Bittere Schleifenblume – Iberis amara subsp. amara
- Weiße Schleifenblume – Iberis amara var. alba
- Rosa Schleifenblume – Iberis amara var. rosea
- Dolden-Schleifenblume – Iberis umbellata
- Immergrüne Schleifenblume – Iberis sempervirens
- Felsen-Schleifenblume – Iberis saxatilis
- Zwerg-Schleifenblume – Iberis procumbens
- Pyrenäen-Schleifenblume – Iberis pruitii
- Kanarische Schleifenblume – Iberis canariensis (nicht in Europa heimisch, aber kultiviert)
- Gestreifte Schleifenblume – Iberis striata
Drei häufig vorkommende Unterarten/Varietäten in Europa:
- Iberis amara subsp. amara (Bittere Schleifenblume)
- Iberis umbellata (Dolden-Schleifenblume)
- Iberis sempervirens (Immergrüne Schleifenblume)
Drei seltenste Unterarten in Europa:
- Iberis pruitii (Pyrenäen-Schleifenblume)
- Iberis saxatilis (Felsen-Schleifenblume)
- Iberis procumbens (Zwerg-Schleifenblume)
Drei ältesten Unterarten (historisch):
- Iberis amara subsp. amara (älteste dokumentierte Art, seit dem 16. Jahrhundert bekannt)
- Iberis sempervirens (Immergrüne Schleifenblume, seit dem 18. Jahrhundert in Gärten kultiviert)
- Iberis umbellata (Dolden-Schleifenblume, historisch als Zierpflanze genutzt)
Guter Nachbar:
- Lavendel, Thymian, Salbei, Katzenminze (alle sonnenliebend und trockenheitsresistent)
Schlechter Nachbar:
- Starkzehrende Pflanzen wie Kohl oder Kürbis (können Schleifenblumen überwuchern)
Beste Mischkulturen:
- Die Bittere Schleifenblume wächst gut in Mischkultur mit:
· Lavendel (lockert den Boden und hält Schädlinge fern)
· Thymian (trockenheitsresistent und pflegeleicht)
· Salbei (verträgt sich gut und fördert die Verdauung)
· Katzenminze (lockt Bestäuber an und hält Schädlinge fern)
Quellennachweis:
· Wikipedia – Iberis amara: https://de.wikipedia.org/wiki/Iberis_amara
· FloraWeb – Iberis: https://www.floraweb.de
· Biolib – Iberis amara: https://www.biolib.de
· Pflanzenbuch – Schleifenblumen: https://www.pflanzenbuch.ch
· Phytotherapie – Iberis amara: https://www.phytotherapie-zentrum.de
· Bundesinstitut für Risikobewertung – Iberis amara: https://www.bfr.bund.de
· Ökologisches Pflanzenportal – Iberis: https://www.oekoplantae.de
· Kräutervermehrung – Iberis amara: https://www.kraeutervermehrung.de
· Saatgut-Tagebuch – Iberis amara: https://www.saatguttagebuch.de