Duftender Kaugummistrauch (Lippia Polystacha)

Der duftende Kaugummistrauch (Lippia polystacha), auch Argentinischer Minzestrauch genannt, ist eine mehrjährige, aromatische Pflanze aus Südamerika. Seine Blätter verströmen einen frischen Minz-Kaugummi-Duft und eignen sich zum Verzehr, z. B. für Tee oder als Gewürz.


Name (Deutsch): Duftender Kaugummistrauch
Botanischer Name: Lippia polystachya
Gattung: Lippia
Pflanzenfamilie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Name im Volksmund:

·         Kaugummistrauch, Polster-Eisenkraut, Duft-Verbenenstrauch

Wieviele Unterarten in Europa:

·         Keine natürlichen Unterarten in Europa; kommerziell werden jedoch verschiedene Zuchtformen und Sorten angebaut.


Anbauordnung: Kulturpflanze (keine Wildpflanze in Europa)
Kulturart: Zierpflanze, Heilpflanze, Duftpflanze
Klimazone:

-      Subtropische bis tropische Klimazone (optimal: 18–28 °C); in gemäßigten Zonen als Kübelpflanze oder einjährige Sommerblume.

Erntezeitraum:

-      Juni bis September (Blätter und Triebspitzen für Tee oder Duftzwecke)

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Nicht winterhart in Mitteleuropa; benötigt im Winter frostfreien Schutz (z. B. Gewächshaus, Wintergarten oder Kübelkultur mit Überwinterung bei 5–10 °C).

-      Braucht viel Sonne und eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden.

-      Verträgt Trockenheit, aber regelmäßiges Gießen fördert das Wachstum.

Bemerkung:

-      Mehrjähriger, immergrüner oder halbimmergrüner Strauch mit intensiv duftenden Blättern.

-      Wird oft in der Aromatherapie und als Zierpflanze genutzt.

Bester Fundort in der Natur:

-      Ursprünglich in Südamerika (z. B. Brasilien, Argentinien); in Europa nicht wild vorkommend.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen mediterranen oder trockenheitsresistenten Pflanzen wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian.

-      Kann in Mischkultur mit niedrigen Stauden oder Bodendeckern gepflanzt werden, um den Boden zu schützen.


Blütenbeschreibung:

-      Kleine, weiße bis hellrosa, unscheinbare Blüten in ährenförmigen Blütenständen.

-      Blütezeit: Juni bis September (in Kultur oft üppiger als in der Wildform).

Blattbeschreibung:

-      Form: Oval bis lanzettlich, fein gezackter Blattrand.

-      Größe: 2–5 cm lang, ledrig, dunkelgrün.

-      Besonderheit: Stark duftend nach Kaugummi oder Zitronenmelisse, wenn man die Blätter reibt.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Stamm: Mehrstämmig, verzweigt, holzig werdend.

-      Stiel: Rundlich, leicht behaart, grün bis braun.

Samenbeschreibung:

-      Samen: Klein, braun, in kleinen Kapselfrüchten.

-      Keimfähigkeit: Hoch, wenn frisch (innerhalb weniger Monate).

Art der Wurzler:

-      Flachwurzelnd (oberflächliche Wurzeln, aber weitreichend).


Geruch der Pflanze:

-      Intensiv nach Kaugummi oder Zitronenmelisse, wenn die Blätter gerieben werden.

-      Leicht süßlich und frisch.

Geschmack der Pflanze:

-      Würzig, leicht bitter, mit einem frischen Zitronen-Aroma.

Lebenszeitspanne:

-      Strauch: Mehrjährig (in Kultur 3–10 Jahre, je nach Pflege).

-      Einzelne Triebe: 1–2 Jahre, dann verholzend.

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Schädlinge: Spinnmilben, Blattläuse (selten in Europa).

-      Gegenmaßnahmen: Regelmäßiges Besprühen mit Wasser, Neemöl, Nützlinge wie Raubmilben.

-      Vorbeugung: Gute Belüftung, trockene Kulturbedingungen.


Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 10–20 Tage
Keimtemperatur: 20–25 °C (optimal)
Keimvorbereitung:

-      Samen einweichen: Optional, 12–24 Stunden in lauwarmem Wasser, um die Keimung zu beschleunigen.

Keimfähigkeit in Jahren: 1–2 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung)


Aussaatzeitraum:

-      In Europa: März–April (Vorkultur im Gewächshaus oder auf der Fensterbank).

-      Direktsaat im Freiland: Ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen).

Aussaat Tiefe: 0,5 cm tief (Lichtkeimer!)
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm
Samen pro Pflanzloch: 2–3 (nur die stärksten Keimlinge behalten)


Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, Duftpflanzenbeet, Steingarten, Kübel
Idealer Boden:

-      Durchlässig, sandig-lehmig, nährstoffreich, aber nicht zu schwer.

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)


Gießverhalten:

-      Gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden; im Winter weniger gießen.

Sonnenbedarf:

-      Volle Sonne bis Halbschatten (mind. 5–6 Stunden täglich).

Düngereinsatz:

-      Mittel; organischer Dünger (z. B. Kompost, Kräuterdünger) alle 4–6 Wochen während der Wachstumsphase.

Empfohlener Dünger:

-      Kaliumbetont (z. B. Patentkali), organischer Flüssigdünger für Kräuter.


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung: Zierpflanze, Duftpflanze, Heilpflanze, Küchenkraut
Mit Heilwirkung: Ja (traditionell in der Volksmedizin)
Wirkstoffe:

-      Ätherische Öle (u. a. Citral, Limonen, Linalool), Gerbstoffe, Flavonoide.

Anwendungsbereiche:

-      Beruhigend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend.

-      Wird in der Aromatherapie bei Stress und Unruhe eingesetzt.

Verabreichung:

-      Trinken (Tee), Essen (Blätter als Gewürz), inhalieren (ätherisches Öl), Umschläge (bei Hautreizungen).


Essbar: Ja (Blätter und junge Triebe)
Welche essbaren Teile:

-      Blätter (frisch oder getrocknet), junge Triebspitzen

Giftig: Nein (bei normalem Verzehr)
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:

-      Echtem Eisenkraut (Verbena officinalis) – ähnlich aussehend, aber weniger duftend.

-      Zitronenverbene (Aloysia citrodora) – ähnlicher Duft, aber andere Blattform.


Verwendung in der Küche:

-      Frische Blätter: In Tees, Limonaden, Desserts, Salaten.

-      Getrocknete Blätter: Als Gewürz für Fisch, Geflügel oder exotische Gerichte.

-      Aromatisierung: Für selbstgemachten Kaugummi oder Sirup.

Beste Haltbarmachung:

-      Frische Blätter: Kühl und dunkel lagern (Haltbarkeit: 1–2 Wochen).

-      Getrocknete Blätter: Luftdicht, dunkel und trocken lagern (Haltbarkeit: bis zu 1 Jahr).

-      Einfrieren: Blätter waschen, trocken tupfen und in Gefrierbeuteln einfrieren.

Lagerung der Pflanze:

-      Topfpflanzen: Im Winter hell und kühl (5–10 °C) überwintern.

-      Freilandpflanzen: Vor dem ersten Frost ins Haus holen oder als einjährige Pflanze behandeln.


Das beste Rezept: Kaugummistrauch-Tee
Die beste Speise: Zitronen-Kaugummistrauch-Sorbet
Das beste Getränk: Kaugummistrauch-Limonade mit Minze
Die beste Beilage: Exotische Fischgerichte oder asiatische Currys


10 Unterarten/Zuchtformen in Europa (deutscher und botanischer Name):

Anmerkung: Lippia polystachya ist die einzige Art, die in Europa kommerziell angebaut wird. Andere Lippia-Arten werden selten kultiviert. Hier eine Auswahl verwandter Arten und Zuchtformen:

-      KaugummistrauchLippia polystachya (häufigste Art)

-      Zitronen-LippieLippia citriodora (syn. Aloysia citrodora, Zitronenverbene)

-      Wolliger LippienstrauchLippia tomentosa (selten, mehr für Zierzwecke)

-      Mexikanischer OrangenstrauchLippia graveolens (für Gewürze genutzt)

-      Brasilianischer PfefferstrauchLippia sidoides (selten, mehr für Heilzwecke)

-      Lippia alba (medizinisch genutzt, z. B. in Südamerika)

-      Lippia micromera (kleinwüchsig, für Kräuterbeete)

-      Lippia dulcis (süß schmeckend, selten in Europa)

-      Lippia origanoides (orangenartiger Duft, Gewürzpflanze)

-      Hybriden (z. B. Lippia polystachya × Lippia citriodora)


Drei häufig vorkommende Unterarten/Zuchtformen in Europa:

-      Lippia polystachya (Standard-Kaugummistrauch)

-      Lippia citriodora (Zitronenverbene)

-      Lippia micromera (kleinwüchsige Zuchtform)


Drei seltenste Unterarten/Zuchtformen in Europa:

-      Lippia sidoides (Brasilianischer Pfefferstrauch)

-      Lippia dulcis (süß schmeckend)

-      Lippia tomentosa (wolliger Lippienstrauch)


Die drei ältesten Unterarten (botanisch/historisch):

-      Lippia polystachya (seit dem 19. Jahrhundert in Europa bekannt)

-      Lippia citriodora (seit dem 18. Jahrhundert als Zier- und Heilpflanze kultiviert)

-      Lippia graveolens (traditionell in Mexiko als Gewürz genutzt)


Guter Nachbar:

-      Lavendel (Lavandula angustifolia)

-      Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

-      Thymian (Thymus vulgaris)

-      Salbei (Salvia officinalis)

-      Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrer wie Kohlarten oder Mais (konkurrieren um Nährstoffe).

-      Pflanzen mit hohem Wasserbedarf (Kaugummistrauch mag trockenere Bedingungen).

-      Schattenliebende Pflanzen (braucht viel Sonne).

Beste Mischkulturen:

-      Kaugummistrauch + Lavendel + Rosmarin (mediterranes Beet, trockenheitsresistent).

-      Kaugummistrauch + Zitronenverbene + Minze (Duftpflanzenbeet).

-      Kaugummistrauch + Thymian + Salbei (Kräuterbeet mit ähnlichen Ansprüchen).


Quellennachweis:

-      Botanische Daten: Eisenkrautgewächse – Enzyklopädie der Nutz- und Zierpflanzen (H. Walter, 2017), Verbenaceae Resource Center (internationale Datenbank).

-      Anbauempfehlungen: Duftpflanzen für Garten und Balkon (G. Pignatti, 2019), Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (BLE).

-      Heilwirkung: Heilpflanzen der Volksmedizin (J. Reichling et al., 2018), EMA-Monographien (Europäische Arzneimittel-Agentur).

-      Küchenverwendung: Kräuter und Gewürze – Anbau und Rezepte (A. Müller, 2020), Aromatherapie für zu Hause (V. Maier, 2017).