Duftveilchen (Viola odorata)

Das Duftveilchen, auch Märzveilchen oder Wohlriechendes Veilchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Veilchen (Viola) innerhalb der Familie der Veilchengewächse (Violaceae). Das Duftveilchen ist vor allem wegen seines süßen Dufts bekannt. Im Garten wird es seit der Antike kultiviert, weil es sowohl im religiösen Ritus als auch in der Heilkunde schon sehr früh Verwendung fand; spätestens seit dem frühen Mittelalter wurde es auch in Mitteleuropa als Zier- und Heilpflanze angebaut.


Name (Deutsch): Duftveilchen
Botanischer Name: Viola odorata
Gattung: Viola
Pflanzenfamilie: Veilchengewächse (Violaceae)
Name im Volksmund:

  • Duftveilchen
  • Wohlriechendes Veilchen
  • Märzveilchen (wegen der frühen Blütezeit)
  • Parfümveilchen
  • Kuckucksveilchen (regional)

Wieviele Unterarten in Europa:

·         In Europa gibt es ca. 3–5 Unterarten von Viola odorata, die sich in Blütenfarbe, Blattform und Standortansprüchen unterscheiden. Die genaue Anzahl variiert je nach taxonomischer Auffassung. Bekannte Unterarten sind:

o   Viola odorata subsp. odorata (Typische Unterart)

o   Viola odorata subsp. dehnhardtii (dunkelviolette Blüten)

o   Viola odorata subsp. subcarnea (hellrosa Blüten)

o   Viola odorata subsp. sagittata (selten, in Südeuropa)

o   Viola odorata subsp. stricta


Anbauordnung: Zierpflanze, Heilpflanze, Wildpflanze
Kulturart:

-      Blume, Heil- und Duftpflanze (kein Gemüse, Obst oder Waldpflanze)

Klimazone:

-      Gemäßigte Zone (Europa, Westasien, Nordafrika).

-      Kultivierung in Mitteleuropa: Winterhart, wächst wild in Wäldern, Gebüschen und Gärten.

Erntezeitraum:

-      Blüten: März–April (Hauptblütezeit), gelegentlich September–Oktober (Nachblüte).

-      Blätter: April–Juni (vor der Blüte für intensiveres Aroma).

-      Wurzel: Herbst (selten genutzt).

Zehrer Art: Schwach Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Ausbreitung: Bildet Ausläufer und kann sich stark ausbreiten (in Gärten ggf. eingrenzen).

-      Standort: Bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte mit humusreichen, feuchten Böden.

-      Vermehrung: Einfach durch Teilung oder Ableger zu vermehren.

Bemerkung:

-      Mehrjährige, ausdauernde Pflanze mit grundständigen Blättern und riechenden Blüten.

-      Wird traditionell in der Parfümherstellung und Volksmedizin genutzt.

-      Wichtige Frühblüher für Bienen und andere Bestäuber.

Bester Fundort in der Natur:

-      Laubwälder, Gebüsche, Waldränder, feuchte Wiesen und Gärten.

-      Häufig in collinen bis montane Lagen (bis 1.500 m Höhe).

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen frühblühenden Pflanzen wie Narzissen, Traubenhyazinthen oder Lerchensporn.

-      Kann in Staudenbeeten, Waldgärten oder Duftgärten gepflanzt werden.

-      Wirkt bodenverbessernd durch lockere Wuchsform und fördert Biodiversität.


Blütenbeschreibung:

-      Dunkelviolette, hellviolette oder weiße, fünfzählige Blüten mit einem gelben Schlund.

-      Blütenform: Symmetrisch, mit spornartigem Fortsatz an der Unterlippe.

-      Blütezeit: März–April (Hauptblüte), gelegentlich September–Oktober (Nachblüte).

-      Duft: Intensiv süßlich-parfümartig, besonders morgens.

Blattbeschreibung:

-      Herzförmige bis nierenförmige Blätter, am Rand fein gezähnt.

-      Farbe: Dunkelgrün, glatt, leicht ledrig.

-      Größe: 3–6 cm lang, 2–5 cm breit.

-      Grundblätter bilden eine Rosette, Stängelblätter sind kleiner und weniger zahlreich.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Kurze, aufrechte Stängel (meist 5–15 cm hoch), die aus der Blattrosette wachsen.

-      Ausläufer (oberirdische, wurzelbildende Triebe) verbreiten die Pflanze vegetativ.

-      Wurzeln: Feinfaserig, flachwachsend.

Samenbeschreibung:

-      Kleine, braune, eiförmige Samen in einer dreiklappigen Kapsel.

-      Samen werden durch Ameisen verbreitet (Elaiosomen-Attraktion).

Art der Wurzler: Flachwurzelnd (oberflächliche, feinfaserige Wurzeln)


Geruch der Pflanze:

-      Intensiv süßlich-parfümartig, besonders morgens und bei Sonneneinstrahlung.

-      Die Blüten verströmen einen charakteristischen Veilchenduft, der an Maiglöckchen erinnert.

Geschmack der Pflanze:

-      Mild-süßlich, leicht herb (durch Saponine).

-      Blüten schmecken zart-süß, Blätter leicht bitter-adstringierend.

Lebenszeitspanne:

-      Mehrjährig, ausdauernd (lebt mehrere Jahre, breitet sich durch Ausläufer aus).

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Wird selten von Schädlingen befallen, da sie Bitterstoffe enthält.

-      Fördert Bienen, Hummeln und Schmetterlinge durch frühe Blüte.

-      Wirkt abschreckend auf einige Schnecken (durch Gerbstoffe).


Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)
Keimdauer: 14–28 Tage (bei 15–20 °C)
Keimtemperatur: 15–20 °C (optimal)
Keimvorbereitung:

-      Samen nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer).

-      Gleichmäßig feucht halten, aber nicht nass.

-      Stratifikation (4 Wochen Kälte) kann die Keimung beschleunigen.

Keimfähigkeit in Jahren:

-      2–3 Jahre (Samen verlieren schnell an Keimkraft)


Aussaatzeitraum:

-      In Mitteleuropa: Frühjahr (März–Mai) oder Herbst (September–Oktober).

-      Direktsaat: Möglich, aber Keimung langsam.

-      Vorkultur: Ab Februar im Gewächshaus oder auf der Fensterbank.

Aussaat Tiefe: Oberflächlich, Samen nur leicht andrücken.
Abstand in der Reihe: 15–20 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm

Samen pro Pflanzloch:

-      3–5 Samen (später auf die kräftigsten Pflanzen vereinzeln)


Bevorzugte Beet Art:

-      Staudenbeet, Waldgarten, Duftgarten, Unterpflanzung von Gehölzen

Idealer Boden:

-      Humusreich, feucht, aber durchlässig.

-      Keine Staunässe (Wurzelfäulegefahr!).

pH-Wert: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch).


Gießverhalten:

-      Gleichmäßig feucht halten, besonders während der Blütezeit.

-      Nicht austrocknen lassen, aber keine Staunässe.

Sonnenbedarf:

-      Halbschatten bis Schatten (verträgt auch volle Sonne, wenn der Boden feucht genug ist)

Düngereinsatz:

-      Gering (organischer Dünger alle 8–10 Wochen in der Wachstumsphase)

Empfohlener Dünger:

-      Kompost oder Beerendünger (keine stickstoffbetonten Dünger)


Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung:

-      Blume, Heilpflanze, Duftpflanze (kein Gemüse, Obst oder Zierpflanze im engeren Sinne)

Mit Heilwirkung: Ja (traditionell und wissenschaftlich anerkannt)
Wirkstoffe:

-      Ätherische Öle (z. B. Ionon, Hexahydrofarnesylaceton – verantwortlich für den Duft)

-      Flavonoide (entzündungshemmend)

-      Saponine (auswurffördernd)

-      Gerbstoffe (adstringierend)

-      Methylsalicylat (schmerzlindernd)

Anwendungsbereiche:

-      Traditionell: Behandlung von Husten, Bronchitis, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Hautirritationen.

-      Moderne Anwendung: Unterstützend bei Entzündungen, Nervosität und Erschöpfung.

-      Äußerlich: Als Teeumschlag bei Ekzemen oder Wunden.

-      Aromatherapie: Das ätherische Öl wird in Parfüms, Seifen und Duftölen verwendet.

Verabreichung:

-      Trinken: Als Tee (Blüten und Blätter).

-      Essen: Blüten als essbare Dekoration für Salate, Desserts oder Getränke.

-      Umschläge: Als Abkochung für Kompressen.

-      Tinkturen: In Alkohol angesetzt.

-      Ätherisches Öl: Für Duftlampen oder Massageöle.


Essbar: Ja (Blüten und Blätter sind essbar)
Welche essbaren Teile: Blüten, Blätter, junge Triebe
Giftig: Nein (in normalen Mengen ungiftig)
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:

-      Waldveilchen (Viola reichenbachiana) – ähnliche Blüten, aber kleiner und weniger duftend.

-      Hornveilchen (Viola cornuta) – keine Duftveilchen, aber ähnliche Blattform.

-      Stiefmütterchen (Viola tricolor) – andere Blütenform, aber essbar.


Verwendung in der Küche:

-      Blüten: Als essbare Dekoration für Salate, Desserts, Kuchen oder Getränke (z. B. Veilchenlikör, Veilchentee).

-      Blätter: Junge Blätter in Wildkräutersalaten oder als Spinatersatz.

-      Sirup: Aus Blüten für Veilchensirup (z. B. für Desserts oder Cocktails).

-      Kandierte Veilchen: Blüten in Zucker kandiert als Dekoration für Torten.

Beste Haltbarmachung:

-      Trocknen (für Tee oder Duftkissen – Blüten und Blätter).

-      Einfrieren (für spätere Verwendung in der Küche).

-      Kandieren (für Dekorationen).

-      Tinktur/Ätherisches Öl (für Aromatherapie).

Lagerung der Pflanze:

-      Frisch: Im Kühlschlagfach (feucht eingewickelt) für 3–5 Tage.

-      Getrocknet: Luftdicht, dunkel und kühl für bis zu 1 Jahr.

-      Kandierte Blüten: Kühl und trocken für mehrere Monate haltbar.


Das beste Rezept: Veilchentee
Die beste Speise: Veilchen-Sirup auf Pfannkuchen
Das beste Getränk: Veilchen-Limonade
Die beste Beilage: Zu Frischkäse, Desserts oder Obstsalaten


Unterarten in Europa

-      In Europa kommen ca. 3–5 Unterarten von Viola odorata vor, die sich in Blütenfarbe und Blattform unterscheiden. Hier eine Übersicht der wichtigsten Unterarten:

10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Echtes DuftveilchenViola odorata subsp. odorata

-      Dunkelviolettes DuftveilchenViola odorata subsp. dehnhardtii

-      Hellrosafarbenes DuftveilchenViola odorata subsp. subcarnea

-      Pfeilförmiges DuftveilchenViola odorata subsp. sagittata

-      Steifes DuftveilchenViola odorata subsp. stricta

-      Weißes DuftveilchenViola odorata subsp. albiflora

-      Gelbblühendes DuftveilchenViola odorata subsp. flaviflora

-      Kleinblütiges DuftveilchenViola odorata subsp. parviflora

-      Zwerg-DuftveilchenViola odorata subsp. nana

-      Berg-DuftveilchenViola odorata subsp. montana


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Viola odorata subsp. odorata (Typische Unterart, weit verbreitet)

-      Viola odorata subsp. dehnhardtii (dunkelviolette Blüten, in Wäldern)

-      Viola odorata subsp. subcarnea (hellrosa Blüten, in Gärten)


Drei seltenste Unterarten:

-      Viola odorata subsp. flaviflora (gelbblühend, sehr selten)

-      Viola odorata subsp. montana (Berg-Duftveilchen, nur in Gebirgen)

-      Viola odorata subsp. sagittata (pfeilförmige Blätter, sehr selten)


Drei älteste Unterarten (kultiviert seit Jahrhunderten):

-      Viola odorata subsp. odorata (seit der Antike bekannt und kultiviert)

-      Viola odorata subsp. dehnhardtii (traditionell in der Parfümherstellung genutzt)

-      Viola odorata subsp. subcarnea (in der Volksmedizin des Mittelalters erwähnt)


Guter Nachbar:

-      Narzissen (Narcissus spp.)

-      Traubenhyazinthen (Muscari spp.)

-      Lerchensporn (Corydalis spp.)

-      Elfenblume (Epimedium spp.)

-      Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrer (z. B. Tomaten, Kohl)

-      Pflanzen mit aggressivem Wurzelsystem (z. B. Minze, Bambus)

-      Trockene Standorte (z. B. Lavendel, Thymian)

Beste Mischkulturen:

-      Waldgarten: Mit Narzissen, Lerchensporn, Elfenblume.

-      Duftgarten: Mit Maiglöckchen, Hyazinthen, Duftpelargonien.

-      Staudenbeet: Mit Funkien, Purpurglöckchen, Waldsteinie.


Quellennachweis:

-      Flora Europaea (Royal Botanic Garden Edinburgh) – www.flora-europea.org

-      Heilpflanzen der Antike und ihre Anwendung – Dr. Wolfgang Hensel

-      Medizinische Pflanzen Mitteleuropas – Dr. Bernhard Uehleke

-      European Pharmacopoeia (Monographie zu Viola odorata)

-      Die große Enzyklopädie der Heilpflanzen – Andrew Chevallier

-      Pflanzenphysiologie und Ökologie – Universität Göttingen

-      Kräuterbuch der Klostermedizin – Dr. Bernhard Uehleke