Gemeinen Kratzdistel (Cirsium vulgare)

Die Gemeine Kratzdistel (Cirsium vulgare) ist eine weit verbreitete, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie zeichnet sich durch ihre stacheligen Blätter und die auffälligen lila bis rosanen Blüten aus, die im Sommer blühen.
Diese Pflanze bevorzugt trockene, sonnige Standorte und ist oft in Wiesen, an Wegesrändern und in Brachland zu finden. Sie hat eine wichtige Rolle als Nahrungsquelle für verschiedene Insekten, darunter Bienen und Schmetterlinge, spielt aber auch eine Rolle als Unkraut in landwirtschaftlichen Flächen.


Name (Deutsch): Gemeine Kratzdistel 

Botanischer Name: Cirsium vulgare 

Gattung: Cirsium 

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) 

Name im Volksmund:

  • Kratzdistel, Große Kratzdistel, Stachelige Kratzdistel 

Anzahl Unterarten in Europa:

  • Ca. 2-3 Unterarten und Varietäten, z.B. Cirsium vulgare subsp. vulgare, subsp. silvaticum 

Anbauordnung: Wildpflanze, Wiesenpflanze, Unkraut 

Kulturart: Wiesenpflanze, Wildpflanze 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: Blütezeit Juli bis September 

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis:

-      Stachelig, kann bei Berührung Hautreizungen verursachen 

Bemerkung:

-      Wichtig für Insekten als Nektarquelle, Samen sind Vogelfutter 

Bester Fundort in der Natur:

-      Ruderalflächen, Wiesen, Wegränder, Böschungen 

Beipflanzung und Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen Wildpflanzen, fördert Biodiversität 


Blütenbeschreibung:

-      Große, purpurrote bis rosa Blütenköpfe, stachelig umrandet 

Blattbeschreibung:

-      Groß, tief eingeschnitten, mit stechenden Dornen an den Rändern 

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Aufrecht, stark verzweigt, mit Stacheln besetzt 

Samenbeschreibung: ,

-      Kleine, weiße bis cremefarbene Samen mit Haarkranz (Pappus) zur Windverbreitung 

Art der Wurzler: Pfahlwurzel 


Geruch der Pflanze: Schwach, typisch krautig 

Geschmack der Pflanze: Bitter, nicht zum Verzehr geeignet 

Lebenszeitspanne: Zweijährig bis mehrjährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Keine spezifischen Angaben; fördert Nützlinge durch Blüten 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 10-20 Tage 

Keimtemperatur: 15-22 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 2-3 Jahre 


Aussaatzeitraum: Frühjahr oder Herbst 

Aussaat Tiefe: Oberflächlich bis 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: 30-40 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 40-50 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1-2 


Bevorzugte Beet Art: Locker, nährstoffreich, gut durchlässig 

Idealer Boden: Humos, mäßig feucht, durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 6,0 - 7,5 (neutral bis leicht alkalisch) 


Gießverhalten: Mäßig feucht, keine Staunässe 

Sonnenbedarf: Volle Sonne bis Halbschatten 

Düngereinsatz: Mittel, organisch bevorzugt 

Empfohlener Dünger: Kompost oder organischer Volldünger 


Anhäufen von Vorteil: Nein 

Rankhilfe nötig: Nein 

Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildpflanze, Wiesenpflanze, Unkraut 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Flavonoide, Bitterstoffe, ätherische Öle 

Anwendungsbereiche:

-      Traditionell bei Hauterkrankungen, Wunden, Entzündungen 

Verabreichung:

-      Umschläge, äußerlich; innerlich nur unter ärztlicher Aufsicht 


Essbar: Nein 

Giftig: Nein 

Verwechslungsgefahr mit:

-      Andere distelartige Pflanzen, z.B. Speerdistel (Cirsium vulgare var. spinosissimum) 


Verwendung in der Küche: Nicht üblich 

Beste Haltbarmachung: Nicht relevant 

Lagerung der Pflanze: Nicht relevant 

Bestes Rezept: Nicht relevant 

Beste Speise/Getränk/Beilage: Nicht relevant 


10 Unterarten in Europa (deutsch / botanisch): 

-      Gemeine Kratzdistel - Cirsium vulgare subsp. vulgare 

-      Wald-Kratzdistel - Cirsium vulgare subsp. silvaticum 

-      Cirsium vulgare var. spinosissimum 

-      Cirsium vulgare var. albidum 

-      Cirsium vulgare var. heterophyllum 

-      Cirsium vulgare var. grandiflorum 

-      Cirsium vulgare var. latifolium 

-      Cirsium vulgare var. macranthum 

-      Cirsium vulgare var. minor 

-      Cirsium vulgare var. praecox 


Drei häufig vorkommende Unterarten: 

-      Cirsium vulgare subsp. vulgare 

-      Cirsium vulgare subsp. silvaticum 

-      Cirsium vulgare var. spinosissimum 


Drei seltene Unterarten: 

-      Cirsium vulgare var. albidum 

-      Cirsium vulgare var. heterophyllum 

-      Cirsium vulgare var. praecox 


Guter Nachbar: Wildkräuter und Blumen, die Bestäuber anziehen 

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrende Kulturpflanzen, die Konkurrenz erzeugen 

Beste Mischkulturen: Wildblumenwiesen mit Kräutern und Gräsern 


Quellennachweis: 

-      FloraWeb (BfN) 

-      PFAF Plant Database 

-      Botanik im Bild 

-      Wikipedia Cirsium vulgare