Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)
Der Bockshornklee, auch Griechisch Heu oder Griechischer Bockshornklee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Trigonella in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Er ist eng verwandt mit dem Schabzigerklee.
Name (Deutsch): Bockshornklee
Botanischer Name: Trigonella foenum-graecum
Gattung: Trigonella
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Name im Volksmund:
· Bockshornklee, Griechisches Heu, Kuhhornklee, Senegrain
Wieviele Unterarten in Europa:
· In Europa gibt es keine Unterarten von Trigonella foenum-graecum, da es sich um eine einzige, klar definierte Art handelt. Es existieren jedoch verschiedene Kultivare (Zuchtsorten), die sich in Wuchsform oder Samenfarbe unterscheiden.
Anbauordnung:
- Kulturpflanze, Zierpflanze (historisch auch als Futterpflanze)
Kulturart: Heil- und Würzkraut, Gemüse, Futterpflanze
Klimazone:
- Gemäßigte bis subtropische Zone; bevorzugt warmes, sonniges Klima
Erntezeitraum:
Ø Blätter:
o Mai–Juli (vor der Blüte)
Ø Samen:
o August–September (wenn die Schoten braun und trocken sind)
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Bockshornklee enthält Trigonellin und Saponine, die in hohen Dosen abführend wirken oder Wehen auslösen können. Nicht für Schwangere oder Menschen mit Hormonempfindlichkeiten geeignet.
Bemerkung:
- Bockshornklee ist eine einjährige Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westasien stammt. Sie wird seit Jahrtausenden als Heil-, Gewürz- und Futterpflanze angebaut.
Bester Fundort in der Natur:
- Nicht in Europa heimisch; wild wächst Bockshornklee in trockenen, sonnigen Regionen des Mittelmeerraums, Vorderasiens und Indiens.
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit anderen Hülsenfrüchtlern wie Erbsen oder Bohnen, da diese Stickstoff im Boden anreichern. Als Mittelzehrer profitiert er von nährstoffreichen Böden.
Blütenbeschreibung:
- Kleine, gelblich-weiße bis blassblaue Schmetterlingsblüten, die in achselständigen Trauben angeordnet sind. Die Blüten sind etwa 1–1,5 cm groß.
Blattbeschreibung:
- Dreiteilige Blätter mit ovalen, gezackten Blättchen, die hellgrün bis grau-grün sind und einen markanten Geruch haben.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechte, verzweigte Stängel, die eine Höhe von 30–60 cm erreichen. Die Stängel sind kantig und leicht behaart.
Samenbeschreibung:
- Gelbe bis braune, würfelförmige Samen, die in langen, schmalen Schoten (Hülsen) enthalten sind.
Art der Wurzler: Pfahlwurzel (tiefreichend)
Geruch der Pflanze:
- Intensiv würzig-aromatisch, erinnert an Curry oder Maggi
Geschmack der Pflanze:
- Bitter-herb, würzig (typisch für Hülsenfrüchtler)
Lebenszeitspanne: Einjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Keine spezifischen Methoden nötig. Bockshornklee ist robust und wird selten von Schädlingen befallen. Er fördert zudem Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge.
Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)
Keimdauer: 5–10 Tage bei optimalen Bedingungen
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung:
- Samen über Nacht in Wasser einweichen, um die Keimung zu beschleunigen.
Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre bei trockener Lagerung
Aussaatzeitraum:
- März–Mai (direkte Aussaat ins Freiland) oder September (Herbstaussaat in milden Regionen)
Aussaat Tiefe: 1–2 cm tief
Abstand in der Reihe: 30–40 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm
Samen pro Pflanzloch:
- 2–3 Samen pro Loch, später auf die stärkste Pflanze vereinzeln
Bevorzugte Beet Art:
- Kräuterbeet, Gemüsebeet, Heilkräuterbeet, sonnige Staudenrabatten
Idealer Boden:
- Trockener, durchlässiger, nährstoffreicher Boden, bevorzugt kalkhaltig
pH-Wert des Bockshornklees: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
Gießverhalten:
- Mäßig gießen, Staunässe vermeiden. Trockenheitsresistent.
Sonnenbedarf: Volle Sonne
Düngereinsatz:
- Mittel Zehrer, leichte Düngung mit Kompost oder organischem Gemüsedünger.
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Gemüsedünger
Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung:
- Heilpflanze, Würzpflanze, Gemüsepflanze, Futterpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe:
- Saponine (z. B. Diosgenin), Alkaloide (Trigonellin), Flavonoide, Schleimstoffe, Bitterstoffe
Anwendungsbereiche:
- Traditionell:
o Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Stillförderung (galaktagog), Blutzuckerregulation, Hauterkrankungen (äußerlich)
- Moderne Anwendung:
o Als Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes oder zur Unterstützung der Milchbildung.
Verabreichung:
- Innerlich:
o Tee (Aufguss), Tinktur, Kapseln, Pulver
- Äußerlich:
o Umschläge, Salben (bei Hautirritationen)
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile:
Ø Blätter:
o Junge Blätter und Triebe (roh oder gekocht)
Ø Samen:
o Geröstet oder gemahlen als Gewürz (z. B. in Curry oder Ras el-Hanout)
Ø Sprossen:
o Als Keimling in Salaten
Giftig: Nein (aber in großen Mengen abführend oder wehenfördernd)
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Andere Trigonella-Arten wie Trigonella caerulea (Blauer Bockshornklee) oder Melilotus officinalis (Steinklee). Achtung: Verwechslungen sind möglich, aber Bockshornklee hat einen intensiveren Geruch und größere Samen.
Verwendung in der Küche:
Ø Samen:
o Als Gewürz in Currys, Chutneys, Brot oder als Ersatz für Eiweiß (vegane Küche)
Ø Blätter:
o In Salaten, Suppen oder als Spinatersatz
Ø Sprossen:
o In Keimgläsern für frische Salate
Ø Keimlinge:
o Als würzige Beilage
Beste Haltbarmachung:
Ø Samen:
o Trocken und luftdicht lagern (halten mehrere Jahre)
Ø Blätter:
o Frisch verwenden oder einfrieren
Ø Pulver:
o Gemahlene Samen in dunklen Gläsern aufbewahren
Lagerung der Pflanze:
Ø Frische Blätter:
o Im Kühlschrank in feuchtem Küchentuch für 2–3 Tage
Ø Getrocknete Blätter/Samen:
o Dunkel, trocken und luftdicht für 1–2 Jahre
Das beste Rezept:
- Bockshornklee-Karotten-Suppe
o 1 Zwiebel,
o 2 Karotten,
o 1 TL Bockshornklee-Samen,
o 500 ml Gemüsebrühe,
o 1 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Zwiebel und Karotten anbraten, Bockshornklee kurz mitrösten, Brühe angießen und 15 Minuten köcheln lassen. Pürieren und mit Salz/Pfeffer abschmecken.
Die beste Speise:
- Indisches Curry mit Bockshornklee
o 1 Zwiebel,
o 2 Knoblauchzehen,
o 1 TL Bockshornklee-Samen,
o 1 TL Kurkuma,
o 1 TL Kreuzkümmel,
o 400 g Kichererbsen,
o 400 ml Kokosmilch,
o Gemüse
Gewürze in Öl anrösten, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben, Kichererbsen und Kokosmilch einrühren, 20 Minuten köcheln lassen.
Das beste Getränk:
Bockshornklee-Tee zur Milchbildung
1 TL Bockshornklee-Samen mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, mit Honig süßen
Die beste Beilage:
Passt zu Linsen, Kichererbsen, Reis oder als Gewürz für Fleischgerichte
10 Unterarten/Kultivare in Europa (deutscher und botanischer Name):
Da Trigonella foenum-graecum eine einzige Art ist, gibt es keine Unterarten, aber verschiedene Kultivare (Zuchtsorten), die sich in Wuchs oder Samenfarbe unterscheiden:
- Bockshornklee (Standardform) – Trigonella foenum-graecum ‘Typicum’
- Blauer Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Caerulea’ (Blätter mit blauem Schimmer)
- Großsamiger Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Grandiflora’
- Zwerg-Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Nana’
- Früher Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Praecox’
- Später Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Serotina’
- Roter Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Rubra’ (selten, rötliche Samen)
- Süßer Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Dulcis’ (milder im Geschmack)
- Indischer Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Indicus’ (häufig in der ayurvedischen Medizin)
- Ägyptischer Bockshornklee – Trigonella foenum-graecum ‘Aegyptiacus’ (für trockenere Klimazonen)
Drei häufig vorkommende Kultivare in Europa:
- Trigonella foenum-graecum ‘Typicum’ (Standardform)
- Trigonella foenum-graecum ‘Caerulea’ (Blauer Bockshornklee)
- Trigonella foenum-graecum ‘Grandiflora’ (Großsamiger Bockshornklee)
Drei seltenste Kultivare in Europa:
- Trigonella foenum-graecum ‘Rubra’ (Roter Bockshornklee)
- Trigonella foenum-graecum ‘Dulcis’ (Süßer Bockshornklee)
- Trigonella foenum-graecum ‘Aegyptiacus’ (Ägyptischer Bockshornklee)
Drei ältesten Kultivare (historisch):
- Trigonella foenum-graecum ‘Typicum’ (älteste dokumentierte Form, seit der Antike genutzt)
- Trigonella foenum-graecum ‘Indicus’ (seit dem Mittelalter in der ayurvedischen Medizin verwendet)
- Trigonella foenum-graecum ‘Caerulea’ (historisch in Klostergärten kultiviert)
Guter Nachbar:
- Erbsen, Bohnen, Linsen (alle Hülsenfrüchtler, die Stickstoff im Boden anreichern), Karotten, Zwiebeln
Schlechter Nachbar:
- Kohlarten (können von Schädlingen befallen werden, die auch Bockshornklee befallen)
Beste Mischkulturen:
- Bockshornklee wächst gut in Mischkultur mit:
· Erbsen (Stickstoffanreicherung)
· Karotten (lockere Erde)
· Zwiebeln (halten Schädlinge fern)
· Salat (nutzt ähnliche Nährstoffe, ohne zu konkurrieren)
Quellennachweis:
- Wikipedia – Bockshornklee: https://de.wikipedia.org/wiki/Bockshornklee
- FloraWeb – Trigonella foenum-graecum: https://www.floraweb.de
- Biolib – Trigonella foenum-graecum: https://www.biolib.de
- Pflanzenbuch – Bockshornklee: https://www.pflanzenbuch.ch
- Phytotherapie – Bockshornklee: https://www.phytotherapie-zentrum.de
Bundesinstitut für Risikobewertung – Bockshornklee: https://www.bfr.bund.de
- Heilpflanzen-Katalog – Bockshornklee: https://www.heilpflanzen-katalog.de
- Ökologisches Pflanzenportal – Trigonella: https://www.oekoplantae.de
- Kräutervermehrung – Bockshornklee: https://www.kraeutervermehrung.de
- Saatgut-Tagebuch – Bockshornklee: https://www.saatguttagebuch.de