Frühe Endivie – Cichorium endivia var. latifolia 'Early French'

Die Frühe Endivie ist eine robuste, schnellwüchsige Salatpflanze mit glatten, hellgrünen Blättern und einem milden, leicht nussigen Geschmack. Sie eignet sich besonders für frühe Aussaaten und wird oft als erste Endivien-Sorte des Jahres geerntet.


Name (Deutsch): Frühe Endivie

Botanischer Name: Cichorium endivia var. latifolia 'Early French'

Gattung: Cichorium

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)

Name im Volksmund: Französische Endivie, Früh-Endivie, Winterendivie

Wieviele Unterarten in Europa:

-      Ca. 5–7 Unterarten und Varietäten der Gattung Cichorium, davon 3–4 in Europa verbreitet


Anbauordnung: Kulturpflanze (Gemüsebeet)

Kulturart: Gemüse (Blattgemüse)

Klimazone:

-      Gemäßigte Zone (frosthart, aber empfindlich gegen extreme Hitze)

Erntezeitraum:

-      Mai bis Oktober (frühe Ernte ab Mai möglich, Hauptsaison Juni–September)

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Verträgt leichten Frost, aber keine starken Fröste.

-      Bei zu viel Hitze oder Trockenheit schossen die Pflanzen schnell – regelmäßig gießen und bei Bedarf beschatten.

-      Die Blätter können bei zu viel Sonne bitter werden – leichter Schatten mildert den Geschmack.

Bemerkung:

-      Zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine dichte Blattrosette bildet.

-      Die Sorte 'Early French' ist besonders frühreif und eignet sich für frühe Aussaaten ab März/April.

Bester Fundort in der Natur:

-      Ursprünglich nicht in der Natur vorkommend, da eine Kulturform.

-      Wildformen der Gattung Cichorium (z. B. Cichorium intybus, Wegwarte) wachsen an Wegrändern, Schuttplätzen und trockenen Böschungen.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Gute Nachbarn: Karotten, Radieschen, Spinat, Kohlrabi, Zwiebeln (vertreiben Schädlinge wie Blattläuse).

-      Schlechte Nachbarn: Andere Korbblütler (z. B. Salat, Chicorée) – erhöhtes Risiko für Pilzkrankheiten.

-      Auswirkung: Mischkultur fördert die Bodengesundheit und reduziert Schädlingsbefall.


Blütenbeschreibung:

-      Hellblaue bis hellviolette, zungenförmige Blüten, die in rispigen Blütenständen angeordnet sind.

-      Blütezeit: Juni bis September (im zweiten Jahr).

Blattbeschreibung:

-      Glatt, breit, oval bis lanzettlich, hellgrün mit leichtem Weißanteil.

-      Blattform: Lockere Rosette, keine starke Kräuselung.

-      Textur: Knackig, saftig, aber zart.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Kurzer, fleischiger Stiel, der sich zur Basis hin verdickt.

-      Im ersten Jahr bildet sich eine grundständige Blattrosette, im zweiten Jahr ein aufrechter, verzweigter Blütenstängel (bis 100 cm hoch).

Samenbeschreibung:

-      Kleine, längliche, braune Samen mit einer leichten Rippung.

-      Samen pro Gramm: Ca. 800–1.000.

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd (Pfahlwurzel, bis zu 30 cm tief)


Geruch der Pflanze: Mild, leicht nussig, frisch-herb

Geschmack der Pflanze:

-      Mild bis leicht bitter (weniger bitter als krause Endivien), mit nussiger Note

Lebenszeitspanne:

-      Zweijährig (im ersten Jahr Ernte, im zweiten Jahr Blüte und Samenbildung)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Lockt nützliche Insekten wie Bienen und Schwebfliegen an.

-      Resistent gegen viele Schädlinge, aber anfällig für Blattläuse und Schnecken.


Keimer Art: Dunkelkeimer

Keimdauer: 7–14 Tage

Keimtemperatur:

-      15–20 °C (optimal), Keimhemmung bei Temperaturen über 25 °C

Keimvorbereitung:

-      Samen vor der Aussaat 12–24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen (beschleunigt die Keimung).

-      Bei Direktsaat auf gut vorbereiteten Boden achten.

Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung)


Aussaatzeitraum:

-      Vorkultur (indoor): Februar bis März (für frühe Ernte)

-      Direktsaat (outdoor): März bis Juli (für kontinuierliche Ernte)

-      Herbstaussaat: August bis September (für Überwinterung in milden Regionen)

Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm

Abstand in der Reihe: 20–25 cm

Abstand zur nächsten Pflanze: 25–30 cm

Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen (später auf 1–2 Pflanzen vereinzeln)


Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Hochbeet, Mischkulturbeet

Idealer Boden:

-      Tiefgründig, humusreich, locker, kalkhaltig, frei von Staunässe

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,0 (neutral bis leicht alkalisch)


Gießverhalten:

-      Gleichmäßig feucht halten, aber nicht nass. Staunässe vermeiden!

Sonnenbedarf:

-      Volle Sonne bis Halbschatten (bei zu viel Schatten werden die Blätter weniger knackig und bitterer)

Düngereinsatz:

-      Mäßig, organischer Dünger (z. B. Kompost oder Brennnesseljauche) vor der Aussaat

Empfohlener Dünger:

-      Kaliumbetont (z. B. Patentkali), um die Blattqualität zu verbessern


Ist das Anhäufen von Vorteil:

-      Nein, da die Blätter nicht so fest sind wie beim Zuckerhut oder Chicorée.

-      Bei älteren Pflanzen kann das Anhäumen der Erde jedoch den Geschmack mildern.

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung: Gemüse, Küchenkraut

Mit Heilwirkung: Ja (in Maßen)

Wirkstoffe:

-      Bitterstoffe (Lactucin, Lactucopikrin)

-      Flavonoide (z. B. Apigenin)

-      Vitamin C, K, und A

-      Inulin (Ballaststoff)

Anwendungsbereiche:

-      Appetitanregend, verdauungsfördernd

-      Leber- und Gallenstimulation

-      Blutreinigend (traditionell)

-      Reich an Antioxidantien

Verabreichung:

-      Essen (roh oder gegart)

-      Saft (frisch gepresst)

-      Tee (aus getrockneten Blättern)


Essbar: Ja

Welche essbaren Teile: Blätter, junge Triebe (roh oder gegart)

Giftig: Nein

Welche giftigen Teile: Keine bekannt

Verwechslungsgefahr mit:

-      Giftig: Keine direkte Verwechslungsgefahr, aber ähnlich aussehende Pflanzen wie der Gift-Lattich (Lactuca virosa) sind bitterer und können in großen Mengen gesundheitsschädlich sein.

-      Essbar: Andere Endivienarten (Cichorium endivia var. crispum, Frisée) oder Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum).


Verwendung in der Küche:

-      Roh in Salaten (z. B. mit Tomaten, Olivenöl und Zitrone)

-      Gedünstet oder kurz in der Pfanne gebraten als Beilage

-      In Suppen oder Eintöpfen

-      Als Dekoration für Gerichte

Beste Haltbarmachung:

-      Kühl lagern: In feuchtem Küchentuch im Gemüsefach des Kühlschranks (hält 5–7 Tage).

-      Einfrieren: Blanchieren und in Eiswasser abschrecken, dann trocken tupfen und einfrieren.

-      Trocknen: Für Tee (Blätter bei 40 °C im Dörrautomaten trocknen).

-      Fermentieren: Als milchsauer eingelegter Salat.

Lagerung der Pflanze:

-      Nicht waschen, bis sie verwendet wird (vermeidet Fäulnis).

-      Nicht in Plastik lagern (Kondenswasser fördert Schimmel).


Das beste Rezept: Frühe-Endivien-Salat mit Birnen und Walnüssen

Die beste Speise: Gedünstete Frühe Endivie mit Knoblauch und Olivenöl

Das beste Getränk: Endivien-Karotten-Saft (mit Orange und Ingwer)

Die beste Beilage: Zu gegrilltem Fisch, Lamm oder deftigen Eintöpfen


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Glatte Endivie – Cichorium endivia var. latifolium

-      Krause Endivie – Cichorium endivia var. crispum

-      Frisée-Endivie – Cichorium endivia var. latifolium 'Frisée'

-      Frühe Endivie – Cichorium endivia var. latifolia 'Early French'

-      Rote Endivie – Cichorium endivia var. crispum 'Red Curled'

-      Zuckerhut-Endivie – Cichorium intybus var. foliosum 'Sugar Loaf'

-      Chicorée – Cichorium intybus var. foliosum 'Witloof'

-      Radicchio – Cichorium intybus var. sativum 'Rosso di Chioggia'

-      Catalogna-Endivie – Cichorium intybus var. foliosum 'Catalogna'

-      Puntarelle – Cichorium intybus var. puntarelle


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Cichorium endivia var. latifolium (Glatte Endivie)

-      Cichorium endivia var. crispum (Krause Endivie)

-      Cichorium intybus var. foliosum 'Witloof' (Chicorée)


Drei seltenste Unterarten in Europa:

-      Cichorium intybus var. puntarelle (Puntarelle)

-      Cichorium intybus var. foliosum 'Catalogna' (Catalogna-Endivie)

-      Cichorium endivia var. divaricatum (Glattblättrige Endivie)


Drei ältesten Unterarten (kultiviert seit der Antike):

-      Cichorium intybus var. intybus (Wegwarte) – seit der Antike bekannt

-      Cichorium intybus var. foliosum (Chicorée) – bereits im alten Rom kultiviert

-      Cichorium endivia var. latifolium (Glatte Endivie) – seit dem Mittelalter verbreitet


Guter Nachbar:

- Karotten, Radieschen, Spinat, Kohlrabi, Zwiebeln, Knoblauch

Schlechter Nachbar:

-      Andere Korbblütler (z. B. Salat, Endivie, Löwenzahn) – erhöhtes Risiko für Pilze und Schädlinge

Beste Mischkulturen:

-      Mit Karotten: Lockert den Boden und verbessert die Nährstoffaufnahme.

-      Mit Zwiebeln: Vertreibt Blattläuse und andere Schädlinge.

-      Mit Spinat: Beide bevorzugen ähnliche Bodenbedingungen und schützen sich gegenseitig vor Schädlingen.


Quellennachweis:

-      Bücher:

o   Gemüseanbau im Hausgarten (Lorenz, 2020)

o   Kräuter und Heilpflanzen (Teuscher, 2017)

o   Pareys Blumengärtnerei (Band 3, 2015)

-      Online:

o   [Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL)](https://www.ble.de)

o   [ProSpecieRara – Sortenvielfalt](https://www.prospecierara.ch)

o   [Kew Royal Botanic Gardens – Plants of the World

-      Online](https://powo.science.kew.org)

o   Wissenschaftliche Quellen:

-      Cichorium endivia – USDA Plants Database

-      Asteraceae – Korbblütler – Flora Europaea