Gemeiner Feldsalat (Valerianella locusta subsp. Locusta)

Gemeiner Feldsalat, botanisch bekannt als Valerianella locusta subsp. locusta, ist eine einjährige Pflanzenart aus der Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae). Er wächst häufig in Europa und wird oft als Salatpflanze verwendet.
Der Feldsalat zeichnet sich durch seine kleinen, rosettenförmigen Blätter und den nussigen Geschmack aus. Er ist reich an Nährstoffen, insbesondere Vitaminen und Mineralstoffen. Diese Pflanze bevorzugt frische, feuchte Böden und wird häufig in Gärten angebaut.


Name (Deutsch): Gemeiner Feldsalat, Ackersalat, Rapunzel

Botanischer Name: Valerianella locusta subsp. locusta

Gattung: Valerianella

Pflanzenfamilie: Baldriangewächse (Valerianaceae)

Name im Volksmund:

Feldsalat, Ackersalat, Rapünzchen, Vogelsalat, Nüsslisalat

Wieviele Unterarten in Europa:

  • Ca. 20–30 Unterarten, davon etwa 10–15 in Europa verbreitet

Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze (in ländlichen Regionen)

Kulturart: Gemüse, Salatpflanze, Wildkraut

Klimazone: Gemäßigte Zone, bevorzugt ozeanisches Klima

Erntezeitraum:

-      Oktober bis März (Winterhalbjahr), bei milder Witterung ganzjährig möglich

Zehrer Art: Schwach Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Verträgt leichten Frost, ideal für Herbst- und Winterkulturen.

-      Keine Staunässe, sonst fault das Wurzelsystem.

-      Empfindlich gegenüber starken Temperaturschwankungen.

Bemerkung:

-      Ein- bis zweijährige Pflanze, oft als Winterkultur angebaut.

-      Wächst in Rosettenform und bildet dichte Teppiche.

Bester Fundort in der Natur:

-      Ackerränder, lückige Wiesen, Wegränder, Schuttplätze, Brachland (selten in intakten Ökosystemen).

-      In Kultur: Gemüsebeete, Frühbeete, Gewächshäuser.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Gute Nachbarn: Karotten, Radieschen, Spinat, Kohlrabi – fördern gegenseitig das Wachstum.

-      Schlechte Nachbarn: Starkzehrer wie Kohlarten oder Tomaten – konkurrieren um Nährstoffe.

-      Auswirkung: Feldsalat lockert den Boden und unterdrückt Unkraut durch schnelle Bodendeckung.


Blütenbeschreibung:

-      Kleine, unscheinbare, blassblaue bis hellviolette Blüten in dichten, köpfchenförmigen Trugdolden.

-      Blütezeit: April–Juni (bei Winteraussaat oft erst im Folgejahr).

Blattbeschreibung:

-      Rosettenförmig angeordnete, spatelförmige Blätter mit glattem oder leicht gewelltem Rand.

-      Farbe: Dunkelgrün bis blaugrün, saftig, zart.

-      Textur: Zart, leicht fleischig, mit mild-nussigem Geschmack.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Kurzer, fleischiger Stiel in der Rosettenmitte, bei älteren Pflanzen leicht verholzend.

-      Grundständige Blätter, Stängel nur bei Blütenbildung.

Samenbeschreibung:

-      Winzige, eiförmige, hellbraune Samen (ca. 1–2 mm groß).

-      Keimfähig für 3–5 Jahre bei trockener Lagerung.

Art der Wurzler: Flachwurzelnd (Wurzeltiefe: 5–15 cm)


Geruch der Pflanze: Mild, leicht nussig, kaum wahrnehmbar.

Geschmack der Pflanze: Nussig, leicht bitter, frisch und mild.

Lebenszeitspanne: Ein- bis zweijährig (meist als Winterkultur).

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Lockt bestäubende Insekten an (z. B. Wildbienen).

-      Resistent gegen viele Schädlinge, selten befallen von Blattläusen oder Schnecken.


Keimer Art:

-      Dunkelkeimer (benötigen Licht zum Keimen, aber nur dünn mit Erde bedeckt).

Keimdauer: 7–21 Tage (abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit).

Keimtemperatur: 10–18 °C (optimal: 12–15 °C).

Keimvorbereitung:

-      Samen vorquellen in Wasser für 12 Stunden beschleunigt die Keimung.

Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung).


Aussaatzeitraum:

-      Freiland:

o   August–Oktober (für Winterernte) oder März–April (für Sommerernte).

-      Gewächshaus/Vorkultur: Februar–März (für frühe Ernte).

Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm (flach, da Lichtkeimer).

Abstand in der Reihe:

-      10–15 cm (dichte Aussaat möglich, da Ernte als ganze Rosette).

Abstand zur nächsten Pflanze: 10–15 cm (bei Einzelpflanzung).

Samen pro Pflanzloch: 3–5 Samen (später auf 1–2 Pflanzen vereinzeln).


Bevorzugte Beet Art:

-      Gemüsebeet, Hochbeet, Frühbeet, Gewächshaus, Mischkulturbeet.

Idealer Boden:

-      Lockere, humusreiche, sandig-lehmige Erde mit guter Drainage.

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch).


Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden.

Sonnenbedarf:

-      Volle Sonne bis Halbschatten (verträgt auch winterliche Sonneneinstrahlung).

Düngereinsatz:

-      Gering, bei Bedarf mit Kompost oder organischem Gemüsedünger.

Empfohlener Dünger:

-      Kaliumbetont (z. B. Patentkali), Stickstoff nur in Maßen.


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein.

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein.

Ist ein Spalier notwendig: Nein.


Krautzuordnung: Gemüse, Salatpflanze, Wildkraut, Würzkraut

Mit Heilwirkung: Ja (traditionell genutzt).

Wirkstoffe:

-      Vitamin C, B-Vitamine, Eisen, Magnesium, Flavonoide, Schleimstoffe.

Anwendungsbereiche:

-      Stärkung des Immunsystems (Vitamin C).

-      Blutreinigend, verdauungsfördernd, appetitanregend.

-      Traditionell bei Frühjahrsmüdigkeit und Eisenmangel.

Verabreichung: Essen (roh), Smoothies, Säfte, Salate, Tee (selten).


Essbar: Ja.

Welche essbaren Teile: Blätter und junge Triebe (Rosetten).

Giftig: Nein.

Welche giftigen Teile: Keine bekannt.

Verwechslungsgefahr mit:

-      Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense): Ungiftig, aber bitter und weniger aromatisch.

-      Garten-Senfrauke (Eruca sativa): Scharfer Geschmack, nicht verwechseln.

-      Vergissmeinnicht (Myosotis spp.): Ungiftig, aber haarige Blätter und andere Blattform.


Verwendung in der Küche:

-      Roh in Salaten (klassisch mit Speck, Croutons, Essig-Öl-Dressing).

-      Gekocht in Suppen, als Spinatersatz.

-      Pesto oder Kräuterquark.

Beste Haltbarmachung:

-      Frischhalten: In feuchtem Tuch im Kühlschrank 5–7 Tage.

-      Einfrieren: Blanchieren und in Eiswürfelformen einfrieren.

-      Trocknen: Nicht empfehlenswert (verliert Aroma).

Lagerung der Pflanze:

-      Kühl, dunkel und feucht (z. B. in perforierter Plastiktüte im Gemüsefach).

-      Nicht neben äpfel- oder tomatenhaltigen Lebensmitteln lagern (Ethylen beschleunigt Welke).


Das beste Rezept: Feldsalat mit Speck, Croutons und Senf-Dressing

Die beste Speise: Klassischer Wintersalat mit warmen Zutaten.

Das beste Getränk: Feldsalat-Smoothie (mit Apfel, Karotte und Ingwer).

Die beste Beilage:

-      Zu gebratenem Fleisch, Fisch oder als Beilage zu Käse.


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Gemeiner Feldsalat – Valerianella locusta subsp. locusta

-      Breitblättriger Feldsalat – Valerianella locusta subsp. dentata

-      Schmalblättriger Feldsalat – Valerianella locusta subsp. stenocarpa

-      Zweihäusiger Feldsalat – Valerianella locusta subsp. divaricata

-      Kleiner Feldsalat – Valerianella locusta subsp. microcarpa

-      Langstieliger Feldsalat – Valerianella locusta subsp. longistyla

-      Rundblättriger Feldsalat – Valerianella locusta subsp. rotundifolia

-      Früher Feldsalat – Valerianella locusta subsp. praecox

-      Später Feldsalat – Valerianella locusta subsp. serotina

-      Berg-Feldsalat – Valerianella locusta subsp. montana


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Valerianella locusta subsp. locusta (Gemeiner Feldsalat)

-      Valerianella locusta subsp. dentata (Breitblättriger Feldsalat)

-      Valerianella locusta subsp. stenocarpa (Schmalblättriger Feldsalat)


Drei seltenste Unterarten:

-      Valerianella locusta subsp. montana (Berg-Feldsalat)

-      Valerianella locusta subsp. longistyla (Langstieliger Feldsalat)

-      Valerianella locusta subsp. rotundifolia (Rundblättriger Feldsalat)


Drei ältesten Unterarten (nach taxonomischer Einordnung):

-      Valerianella locusta subsp. locusta (am weitesten verbreitet und historisch genutzt).

-      Valerianella locusta subsp. dentata (frühe Selektion für Kultur).

-      Valerianella locusta subsp. stenocarpa (regional angepasste Form).


Guter Nachbar:

-      Karotten, Radieschen, Spinat, Kohlrabi, Zwiebeln, Knoblauch.

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrer wie Kohlarten, Tomaten, Gurken (konkurrieren um Nährstoffe).

-      Kreuzblütler (z. B. Rettich, Meerrettich) – gleiche Schädlinge (z. B. Erdflöhe).

Beste Mischkulturen:

-      Feldsalat + Radieschen: Radieschen lockern den Boden und markieren Reihen.

-      Feldsalat + Spinat: Beide haben ähnliche Ansprüche und wachsen gut zusammen.

-      Feldsalat + Zwiebeln: Zwiebeln vertreiben Schnecken.


Quellennachweis:

-      Fleischhauer, S.G. et al. (2020): Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. AT Verlag.

-      Launert, E. (1981): Nutzpflanzen der Menschheit. Enke Verlag.

-      Pahlow, M. (2013): Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer.

-      Euro+Med PlantBase (2024): Valerianella locusta. Verfügbar unter: http://ww2.bgbm.org/EuroPlusMed/PTaxonDetail.cfm?NameId=41485&PTReuronId=126

-      Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (2021): Anbau von Feldsalat. Verfügbar unter: https://www.ble.de