Das Bärwurz ist eine seltene, aromatische Wildpflanze, die in Europa vor allem in Berg- und Mittelgebirgsregionen vorkommt. Sie wird traditionell als Heilpflanze und Gewürz genutzt und hat eine lange kulturelle Bedeutung, insbesondere in Franken.
Name (Deutsch): Bärwurz
Botanischer Name: Meum athamanticum
Gattung: Meum
Pflanzenfamilie: Doldenblütler (Apiaceae)
Name im Volksmund: Bärwurz, Bergwurz, Bärwurzstrauch
Wie viele Unterarten gibt es in Europa: Keine gesicherten Unterarten, Art gilt als monotypisch
Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich Kulturpflanze
Kulturart: Wiesenpflanze, Heilpflanze
Klimazone: Gemäßigte bis subalpine Zone
Erntezeitraum: Frühsommer bis Spätsommer (Juni bis August)
Zehrer Art: Schwach- bis Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Geschützt, nicht wild entnehmen; bevorzugt kalkhaltige, nährstoffreiche Böden
Bemerkung: Mehrjährig, bildet dichte Horste; aromatische Wurzel und Kraut
Bester Fundort in der Natur: Bergwiesen, Kalkmagerrasen, lichte Wälder in Mitteleuropa
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit anderen kalkliebenden Wildpflanzen; keine negativen Effekte bekannt
Blütenbeschreibung: Kleine, weiße, doldenförmige Blüten, typisch für Apiaceae
Blattbeschreibung: Gefiedert, fein zerteilt, aromatisch
Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrechter, hohler Stängel, 30–60 cm hoch
Samenbeschreibung: Kleine, längliche Samen in Doppeldolden
Art der Wurzler: Tiefwurzelnd, fleischige Wurzel
Geruch der Pflanze: Aromatisch, würzig, leicht erdig
Geschmack der Pflanze: Würzig, pfeffrig, leicht süßlich
Lebenszeitspanne: Mehrjährig, langlebig
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Natürliche Resistenz, keine spezielle Bekämpfung nötig
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 2–4 Wochen
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung: Kältebehandlung (Stratifizierung) empfohlen
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling oder Herbst (mit Stratifizierung)
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5–1 cm
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm
Samen pro Pflanzloch: 1–2
Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, naturnaher Garten, Steingarten
Idealer Boden: Kalkhaltig, humos, gut durchlässig
pH-Wert des Bodens: 6,5–7,5
Gießverhalten: Mäßig, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig
Düngereinsatz: Gering, organisch bevorzugt
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Kräuterdünger
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Heilpflanze, Wildpflanze, Würzkraut
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide, Bitterstoffe
Anwendungsbereiche: Verdauungsfördernd, krampflösend, harntreibend
Verabreichung: Tee, Tinkturen, Umschläge
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Junge Blätter, Wurzel (in kleinen Mengen)
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit: Andere Doldenblütler, z.B. Wiesenkerbel oder Bärenklau (Vorsicht bei Verwechslung mit giftigen Arten)
Verwendung in der Küche: Gewürz für Spirituosen (z.B. Bärwurzlikör), Kräutertee
Beste Haltbarmachung: Trocknen
Lagerung der Pflanze: Kühl, trocken, dunkel
Das beste Rezept: Bärwurzlikör
Die beste Speise: Kräutergerichte mit Bärwurz
Das beste Getränk: Bärwurzlikör
Die beste Beilage: Zu deftigen Speisen, Wildgerichten
10 Unterarten in Europa:
· Keine definierten Unterarten
Drei häufig vorkommende Unterarten:
· Nicht definiert
Drei seltenste Unterarten:
· Nicht definiert
Guter Nachbar: Thymian, Salbei, andere kalkliebende Kräuter
Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen
Beste Mischkulturen: Kräuterbeete mit kalkliebenden Arten
Quellennachweis:
- Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- Heilpflanzenlexikon
- Mein schöner Garten
- FloraWeb (BfN)
- Wikipedia