Berglauch ist zugleich Augen- und Gaumenschmaus. Prahlen Sie ruhig mit Ihrem Berglauch, denn noch viel zu selten wird er in unseren Gärten gepflanzt. Dabei sind seine kugelrunden pastellfarbenen Blütenstände eine ausgefallene Augenweide und bilden mit dem Laub zusammen eine schön anzusehende Einheit. 

Ab und zu dürfen Sie ruhig etwas vom Laub zum Würzen in der Küche nutzen. Der in der freien Natur als „gefährdet“ eingestufte Berglauch wird international nämlich auch als „Deutscher Knoblauch“ bezeichnet.

Der Berglauch ist eine aromatische, mehrjährige Wildpflanze, die zur Familie der Amaryllisgewächse gehört und in Europa in Gebirgsregionen heimisch ist. Er wird sowohl kulinarisch als auch in der traditionellen Medizin geschätzt.


Name (Deutsch): Berglauch 

Botanischer Name: Allium senescens 

Gattung: Allium 

Pflanzenfamilie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) 

Name im Volksmund: Berglauch, Bergzwiebel, Lauchsenf 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 2-3 Unterarten, je nach Quelle 


Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich als Zier- und Kräuterpflanze kultiviert 

Kulturart: Wildkraut / Kräuterpflanze 

Klimazone: Gemäßigte Zone, bevorzugt Gebirgsregionen 

Erntezeitraum: Frühling bis Frühsommer (April bis Juni) 

Zehrer Art: Schwach- bis Mittel Zehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Verwechslungsgefahr mit giftigen Maiglöckchenblättern, daher nur mit sicherer Bestimmung ernten 

Bemerkung: Mehrjährig, bildet dichte Horste, aromatisch nach Knoblauch und Lauch 

Bester Fundort in der Natur: Gebirgswiesen, lichte Wälder, felsige Hänge 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit anderen Kräutern, fördert Schädlingsabwehr 


Blütenbeschreibung: Kleine, sternförmige, rosafarbene bis weiße Blüten in kugeligen Dolden 

Blattbeschreibung: Schmale, linealische, hohle Blätter, grau-grün bis blaugrün 

Stamm-/Stielbeschreibung: Blütenschaft aufrecht, bis 40 cm hoch 

Samenbeschreibung: Kleine, schwarze Samen in Kapselfrüchten 

Art der Wurzler: Zwiebel- und knollig, flachwurzelnd


Geruch der Pflanze: Knoblauchartig, würzig 

Geschmack der Pflanze: Mild-knoblauchig 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: Wirkt abschreckend auf viele Schädlinge, fördert Nützlinge 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 14–30 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Samen vorquellen lassen, evtl. Schichtung 

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre 


Aussaatzeitraum: Frühling oder Herbst 

Aussaat Tiefe: Ca. 1 cm 

Abstand in der Reihe: 20–30 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1–3 


Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, Steingarten, gut durchlässiger Boden 

Idealer Boden: Locker, humos, kalkhaltig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 

Gießverhalten: Mäßig feucht, keine Staunässe 

Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Gering, gelegentlich organischer Dünger 

Empfohlener Dünger: Kompost, Kräuterdünger


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Würzkraut, Heilpflanze, Gartenpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Schwefelverbindungen, ätherische Öle, Flavonoide 

Anwendungsbereiche: Verdauungsfördernd, antibakteriell, stoffwechselanregend 

Verabreichung: Essen, trinken (Tee), cremen 


Essbar: Ja  

Welche essbaren Teile: Blätter, Blüten, Zwiebeln 

Giftig: Nein  

Welche giftigen Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: Maiglöckchen (giftig), Herbstzeitlose (giftig) 


Verwendung in der Küche: Würzkraut für Salate, Suppen, Kräuterbutter, Gemüse 

Beste Haltbarmachung: Frisch verwenden, Einfrieren möglich 

Lagerung der Pflanze: Kühl und feucht 

Das beste Rezept: Kräuterquark mit Berglauch 

Die beste Speise: Frischer Salat oder Kräuterbutter 

Das beste Getränk: Berglauchtee 

Die beste Beilage: Kartoffeln, Brot 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

1.     Berglauch – Allium senescens subsp. senescens 

2.     Allium senescens subsp. glaucum 

3.     Allium senescens subsp. montanum 

4.     Allium senescens subsp. sibiricum 

5.     Allium senescens subsp. schoenoprasoides 

6.     Allium senescens subsp. flavum 

7.     Allium senescens subsp. tauricum 

8.     Allium senescens subsp. carpathicum 

9.     Allium senescens subsp. alpinum 

10. Allium senescens subsp. laxiflorum 


Drei häufig vorkommende Unterarten:

  • ·         subsp. Senescens
  • ·         subsp. Glaucum
  • ·         subsp. montanum 

Drei seltene Unterarten:

  • ·         subsp. Schoenoprasoides
  • ·         subsp. Flavum
  • ·         subsp. tauricum 

Guter Nachbar: Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Thymian 

Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen, solche mit ähnlichen Nährstoffansprüchen 

Beste Mischkulturen: Mischkultur mit Gemüse und Kräutern zur Schädlingsabwehr 


Quellennachweis: 

  • -      Flora Europaea 
  • -      Botanik im Bild – Pflanzenlexikon 
  • -      Kräuterbücher und Heilpflanzenliteratur 
  • -      Wikipedia: Allium senescens