Das Lungenkraut (Pulmonaria) verschönert sonnige Tage im Frühjahr mit zarten Blüten und schmückt ganz nebenbei auch noch den Boden mit dekorativen Blättern – und das noch lange nach der Blütezeit. Seiner geringen Höhe von maximal 30 Zentimetern ist wohl geschuldet, dass das Lungenkraut meist in hinteren Gartenbereichen wächst, wo es in Heinzelmännchen-Manier ohne viel Aufhebens seinen hübschen Blütenteppich ausrollt. Und zwar für eine ganze Weile: Schließlich blühen die allermeisten Lungenkraut-Sorten von März bis Mai! In milden Wintern öffnen manchmal einzelne, an geschützten Stellen wachsende Exemplare ihre Knospen sogar schon im Februar – ganz zur Freude der Bienen und Hummeln, die sich bei ihren ersten Flugrunden an deren Nektar bedienen.
Name (Deutsch): Lungenkraut
Botanischer Name: Pulmonaria officinalis (häufigste Art)
Gattung: Pulmonaria
Pflanzenfamilie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Name im Volksmund: Lungenkraut, Gewöhnliches Lungenkraut, Lungensammler
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 10 Unterarten und Varietäten
Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze, Zierpflanze
Kulturart: Heilpflanze, Wiesenpflanze, Zierpflanze
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Frühling, vor der Blüte (März bis Mai)
Zehrer Art: Schwach- bis Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Bevorzugt schattige bis halbschattige Standorte und humose, feuchte Böden
Bemerkung: Bekannt für die traditionelle Verwendung bei Lungenerkrankungen (Namensgebung nach „pulmo“ = Lunge)
Bester Fundort in der Natur: Laubwälder, schattige Waldränder, humusreiche Böden
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit anderen schattenverträglichen Pflanzen, fördert Biodiversität und Bodengesundheit
Blütenbeschreibung: Kleine, glockenförmige Blüten, Farbe variiert von rosa über blau bis violett, meist im Frühjahr
Blattbeschreibung: Breit elliptisch bis lanzettlich, oft mit weißen oder silbrigen Flecken, behaart
Stamm-/Stielbeschreibung: Kurze, behaarte Stängel, meist bodennah wachsend
Samenbeschreibung: Kleine, braune Samen in Nüsschen
Art der Wurzler: Flachwurzelnd, Horstbildend
Geruch der Pflanze: Schwach, herb
Geschmack der Pflanze: Mild, leicht herb
Lebenszeitspanne: Mehrjährig, winterhart
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Natürliche Resistenz, fördert Nützlinge
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 14–28 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühjahr oder Herbst
Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm
Abstand in der Reihe: 20–25 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 25–30 cm
Samen pro Pflanzloch: 2–3
Bevorzugte Beet Art: Schattenbeet, Waldgarten, Kräuterbeet
Idealer Boden: Humusreich, feucht, gut durchlässig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
Gießverhalten: Mäßig feucht, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Halbschatten bis Schatten
Düngereinsatz: Gering bis moderat
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Dünger
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Heilpflanze, Wildkraut, Zierpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Schleimstoffe, Saponine, Kieselsäure, Allantoin, Gerbstoffe
Anwendungsbereiche: Linderung bei Atemwegserkrankungen, Entzündungen der Schleimhäute, Hauterkrankungen
Verabreichung: Tee, Umschläge, Tinkturen, äußerlich und innerlich
Essbar: Ja
Welche e-Teile: Junge Blätter, Blüten
Giftig: Nein
Welche g-Teile: Keine giftigen Teile bekannt
Verwechslungsgefahr mit: Borretsch (Borago officinalis), der aber größere Blätter und blaue Blüten hat
Verwendung in der Küche: Salate, Suppen, Kräuterquark, Würzkraut
Beste Haltbarmachung: Luftgetrocknet, schattig und trocken lagern
Lagerung der Pflanze: Trocken, lichtgeschützt, luftdicht
Das beste Rezept: Lungenkraut-Tee bei Atemwegserkrankungen
Die beste Speise: Frischer Wildkräutersalat mit Lungenkraut
Das beste Getränk: Lungenkraut-Tee
Die beste Beilage: Passt gut zu leichten Frühlingsgerichten
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
-
- 1. Gewöhnliches Lungenkraut – Pulmonaria officinalis subsp. officinalis
- 2. Pulmonaria officinalis subsp. angustifolia
- 3. Pulmonaria obscura
- 4. Pulmonaria mollis
- 5. Pulmonaria longifolia
- 6. Pulmonaria rubra
- 7. Pulmonaria saccharata
- 8. Pulmonaria officinalis var. latifolia
- 9. Pulmonaria officinalis var. maculata
- 10. Pulmonaria officinalis var. variegata
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- - Pulmonaria officinalis subsp. officinalis
- - Pulmonaria officinalis subsp. angustifolia
- - Pulmonaria obscura
Drei selten vorkommende Unterarten:
- - Pulmonaria rubra
- - Pulmonaria saccharata
- - Pulmonaria officinalis var. variegata
Guter Nachbar: Farne, Hosta, Bärlauch, andere schattenverträgliche Stauden
Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen, die Nährstoffe stark beanspruchen
Beste Mischkulturen: Schattenbeet mit anderen Wald- und Frühlingsstauden, z.B. Bärlauch, Maiglöckchen, Farne
Quellennachweis:
Botanische Fachliteratur, Heilpflanzenführer, Wildkräuterlexika, europäische Flora-Datenbanken