Die Acker-Gänsedistel ist eine ausdauernde, weit verbreitete Wildpflanze, die besonders als hartnäckiges Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen bekannt ist. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Böden und kann durch ihr tiefes Wurzelsystem Boden stabilisieren, stellt aber zugleich eine Konkurrenz für Kulturpflanzen dar. 


Name (Deutsch): Acker-Gänsedistel 

Botanischer Name: Sonchus arvensis 

Gattung: Sonchus 

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) 

Name im Volksmund: Feld-Gänsedistel, Ackergänsedistel, Gemeine Gänsedistel 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 3 Unterarten 


Anbauordnung: Wildpflanze, Unkraut in Kulturflächen 

Kulturart: Wiesenpflanze / Unkraut 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: Juni bis September 

Zehrer Art: Starkzehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Kann sich vegetativ und generativ stark ausbreiten, schwer zu bekämpfen 

Bemerkung: Ausdauernd mit tiefreichendem Wurzelsystem, kann bis zu 1,5 m hoch werden 

Bester Fundort in der Natur: Ackerränder, Wiesen, Wegränder, Ruderalflächen 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich mit vielen Kulturpflanzen, kann aber Konkurrenzdruck erhöhen 


Blütenbeschreibung: Gelbe, korbblütige Blütenköpfe, 2–3 cm Durchmesser, in lockeren Rispen 

Blattbeschreibung: Groß, gelappt bis gezähnt, dunkelgrün, mit milchsaftführenden Drüsen 

Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrechter, hohler Stängel, oft verzweigt, bis 1,5 m hoch 

Samenbeschreibung: Kleine, längliche Achänen mit Pappus (Flughaaren) 

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd mit Ausläufern (Rhizome) 


Geruch der Pflanze: Schwach, leicht milchsaftig 

Geschmack der Pflanze: Jung zart und mild, älter bitter 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, aber schwer biologisch zu kontrollieren 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 7–14 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre 


Aussaatzeitraum: Frühling bis Sommer 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: Nicht relevant, wild wachsend 

Abstand zur nächsten Pflanze: Nicht relevant 

Samen pro Pflanzloch: Nicht relevant 


Bevorzugte Beet Art: Wildkrautflächen, Ruderalflächen 

Idealer Boden: Nährstoffreich, locker, feucht bis mäßig trocken 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 

Gießverhalten: Mäßig feucht bevorzugt 

Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Verträgt hohe Nährstoffgaben 

Empfohlener Dünger: Nicht relevant 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Unkraut, Wiesenpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Bitterstoffe, Milchsaft mit Latex, Flavonoide 

Anwendungsbereiche: Traditionell bei Verdauungsbeschwerden, äußerlich bei Hautproblemen 

Verabreichung: Trinken (Tee), Umschläge, Salben 


Essbar: Ja (jung) 

Welche essbaren Teile: Junge Blätter und Triebe 

Giftig: Nein  

Welche giftigen Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: Sonchus oleraceus (Garten-Gänsedistel), ähnliche Blüten 


Verwendung in der Küche: Junge Blätter als Wildgemüse oder Salat, gekocht als Spinat-Ersatz 

Beste Haltbarmachung: Frisch oder blanchiert einfrieren 

Lagerung der Pflanze: Kühl und dunkel 

Das beste Rezept: Junge Gänsedistel-Blätter als Spinat zubereitet 

Die beste Speise: Gekochte Blätter mit Knoblauch und Öl 

Das beste Getränk: Gänsedistel-Tee 

Die beste Beilage: Kartoffeln oder Getreidegerichte 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

1.     Acker-Gänsedistel – *Sonchus arvensis* subsp. *arvensis* 

2.     Sonchus arvensis subsp. *uprisingensis* 

3.     Sonchus arvensis subsp. *glaucescens* 

4.     Sonchus arvensis subsp. *grandiflorus* 

5.     Sonchus arvensis subsp. *villosus* 

6.     Sonchus arvensis subsp. *decumbens* 

7.     Sonchus arvensis subsp. *macrocarpus* 

8.     Sonchus arvensis subsp. *suberosus* 

9.     Sonchus arvensis subsp. *caucasicus* 

10. Sonchus arvensis subsp. *nigrescens* 


Drei häufig vorkommende Unterarten: 

-      *Sonchus arvensis* subsp. *arvensis* 

-      *Sonchus arvensis* subsp. *uprisingensis* 

-      *Sonchus arvensis* subsp. *glaucescens* 


Drei selten vorkommende Unterarten: 

-      *Sonchus arvensis* subsp. *macrocarpus* 

-      *Sonchus arvensis* subsp. *suberosus* 

-      *Sonchus arvensis* subsp. *caucasicus* 


Guter Nachbar: Kulturen mit dichter Bodenbedeckung, die Konkurrenz reduzieren 

Schlechter Nachbar: Kulturen mit geringem Konkurrenzvermögen, z.B. junge Gemüsepflanzen 

Beste Mischkulturen: Fruchtfolge und Zwischenfrüchte zur Unkrautunterdrückung 


Quellennachweis: 

-      Floraweb (Bayerisches Landesamt für Umwelt) 

-      BiolFlor – Datenbank zur biologisch-ökologischen Charakterisierung der Gefäßpflanzen Deutschlands 

-      Flora Europaea 

-      Diverse agrarwissenschaftliche und pflanzenheilkundliche Fachliteratur