Baldgreis (Filago vulgaris (syn. Logfia vulgaris))

Der Baldgreis ist eine unscheinbare, aber widerstandsfähige Wildpflanze, die in Europa häufig vorkommt.
Sie ist bekannt für ihre kleinen, weißen Blüten und ihre Fähigkeit, auch auf nährstoffarmen Böden zu gedeihen. In der Naturheilkunde wird sie traditionell bei Haut- und Schleimhauterkrankungen eingesetzt.

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Name (Deutsch): Baldgreis

Botanischer Name: Filago vulgaris (syn. Logfia vulgaris)

Gattung: Filago

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)

Name im Volksmund:

-      Gemeiner Baldgreis, Filzkraut, Sand-Filzkraut, Kleines Filzkraut, Bauernkraut

Wieviele Unterarten in Europa:

Ca. 5–7 Unterarten und Varietäten, z. B.:

-      Filago vulgaris subsp. vulgaris

-      Filago vulgaris subsp. filaginoides

-      Filago arvensis (Acker-Filzkraut)

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Anbauordnung: Wildpflanze, Zierpflanze (selten), Heilpflanze

Kulturart: Wildblume, Heilpflanze, Wiesenpflanze

Klimazone: Gemäßigte Zone (Europa, Westasien)

Erntezeitraum:

-      Blüten und Blätter: Juni–August (Hauptblütezeit: Juli)

-      Ganze Pflanze: Juni–September

Zehrer Art: Schwach Zehrer

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Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Bevorzugt trockene, sandige Böden – Staunässe vermeiden.

-      Sonnenliebend, verträgt aber auch halbschattige Standorte.

-      Keine besonderen Ansprüche an die Bodenqualität, aber durchlässige Böden sind ideal.

Bemerkung:

-      Einjährig bis zweijährig, je nach Standort.

-      Filzig behaart, daher der Name "Filzkraut".

-      Wichtige Bienenweide für Wildbienen und Schwebfliegen.

Bester Fundort in der Natur:

-      Sandige Äcker, trockene Wiesen, Wegränder, Brachflächen, Dünen.

-      Häufig auf nährstoffarmen, trockenen Böden.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen Wildblumen wie Sand-Strohblume, Thymian oder Natternkopf.

-      Fördert die Biodiversität und lockt Bestäuber an.

-      Kann als Bodendecker in trockenen Gärten genutzt werden.

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Blütenbeschreibung:

-      Farbe: Weiß bis gelblich-weiß.

-      Form: Kleine, unscheinbare Blütenkörbchen (2–4 mm Durchmesser), zu kugeligen Knäueln angeordnet.

-      Blütezeit: Juni–August.

-      Besonderheit: Blüten sind von filzigen Hochblättern umgeben.

Blattbeschreibung:

-      Form: Lanzettlich bis linealisch, filzig behaart (grau-grün).

-      Anordnung: Wechselständig am Stängel.

-      Größe: 1–3 cm lang.

-      Besonderheit: Blätter sind nach unten gebogen.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Stängel: Aufrecht, dünn, filzig behaart, oft verzweigt.

-      Höhe: 10–40 cm (je nach Standort).

-      Besonderheit: Stängel sind oft rötlich überlaufen.

Samenbeschreibung:

-      Kleine, braune Achänen ohne Pappus.

-      Verbreitung: Durch Wind und Tiere.

-      Keimfähigkeit: 1–2 Jahre.

Art der Wurzler: Flachwurzelnd

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Geruch der Pflanze:

-      Blüten/Blätter: Fast geruchlos, leicht erdiger Duft.

Geschmack der Pflanze:

-      Blätter/Blüten: Bitter, leicht herb.

Lebenszeitspanne: Einjährig bis zweijährig (1–2 Jahre)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

- Fördert Wildbienen und Schwebfliegen (Nektarquelle).

- Wenig anfällig für Schädlinge – die filzige Behaarung schützt vor Fraß.

- Kann als natürlicher Erosionsschutz auf sandigen Böden dienen.

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Keimer Art: Lichtkeimer

Keimdauer: 10–21 Tage

Keimtemperatur: 15–20 °C

Keimvorbereitung:

-      Stratifikation (4 Wochen Kälte) beschleunigt die Keimung.

Keimfähigkeit in Jahren: 1–2 Jahre

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Aussaatzeitraum:

-      März–Mai (direkt ins Freiland) oder September–Oktober (Herbstaussaat)

Aussaat Tiefe: Oberflächlich (Lichtkeimer, nicht mit Erde bedecken)

Abstand in der Reihe: 20–30 cm

Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm

Samen pro Pflanzloch: 5–10 Samen

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Bevorzugte Beet Art:

-      Wildblumenbeet, Steingarten, Trockenrasenbeet, Sandarium

Idealer Boden: Trocken, sandig, nährstoffarm, durchlässig

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)

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Gießverhalten:

-      Sehr mäßig, trockenheitsverträglich (erst bei langer Trockenheit gießen)

Sonnenbedarf: Vollsonne (mindestens 6–8 Stunden Sonne pro Tag)

Düngereinsatz:

-      Nicht nötig, da die Pflanze nährstoffarme Böden bevorzugt

Empfohlener Dünger: Keiner

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Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein

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Krautzuordnung: Wildblume, Heilpflanze

Mit Heilwirkung: Ja

Wirkstoffe:

-      Flavonoide (antioxidativ, entzündungshemmend)

-      Gerbstoffe (adstringierend)

-      Ätherische Öle (in Spuren)

-      Bitterstoffe (verdauungsfördernd)

Anwendungsbereiche:

-      Hautpflege (bei Ekzemen, kleinen Wunden).

-      Entzündungshemmend (bei Schleimhautentzündungen).

-      Verdauungsfördernd (bei Appetitlosigkeit).

-      Harntreibend (bei Blasenentzündung).

Verabreichung:

-      Tee (aus Blättern oder Blüten), Umschläge (frische Blätter), Tinkturen.

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Essbar: Ja (in Maßen)

Welche essbaren Teile:

-      Junge Blätter (roh oder gekocht), Blüten (für Tee)

Giftig: Nein

Welche giftigen Teile: Keine

Verwechslungsgefahr mit:

-      Acker-Filzkraut (Filago arvensis) – ähnlich, aber Blüten sind gelblich.

-      Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) – ähnliche Blüten, aber strohblumartig.

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Verwendung in der Küche:

-      Junge Blätter: Fein gehackt in Salaten oder als Tee.

-      Blüten: Als essbare Dekoration für Tee oder Salate.

Beste Haltbarmachung:

-      Blätter/Blüten trocknen (bei 40 °C im Dörrautomaten).

-      Nicht einfrieren (verliert Aroma).

Lagerung der Pflanze:

-      Getrocknete Blätter/Blüten: Dunkel, luftdicht und trocken (hält 1–2 Jahre).

-      Frische Blätter/Blüten: Kühl und trocken (1–2 Tage im Kühlschlag).

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Das beste Rezept:

-      Baldgreis-Tee (bei Hautentzündungen und Verdauungsbeschwerden)

Die beste Speise: Baldgreis-Blätter-Salat (jung geerntet)

Das beste Getränk: Baldgreis-Blüten-Tee mit Honig

Die beste Beilage: Zu Wildgerichten oder als natürliche Dekoration.

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10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Gemeiner Baldgreis – Filago vulgaris subsp. vulgaris

-      Sand-Filzkraut – Filago minima

-      Acker-Filzkraut – Filago arvensis

-      Gelbliches Filzkraut – Filago lutescens

-      Pyrenäen-Filzkraut – Filago pygmaea

-      Kleines Filzkraut – Filago gallica

-      Zwerg-Filzkraut – Filago congesta

-      Alpen-Filzkraut – Filago alpina

-      Karpaten-Filzkraut – Filago carpatica

-      Balkan-Filzkraut – Filago hercegovina

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Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Filago vulgaris subsp. vulgaris (Gemeiner Baldgreis)

-      Filago arvensis (Acker-Filzkraut)

-      Filago minima (Sand-Filzkraut)

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Drei seltenste Unterarten:

-      Filago pygmaea (Pyrenäen-Filzkraut)

-      Filago alpina (Alpen-Filzkraut)

-      Filago carpatica (Karpaten-Filzkraut)

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Drei ältesten Unterarten:

-      Filago vulgaris subsp. vulgaris (älteste und verbreitetste Art)

-      Filago arvensis (seit der Antike bekannt)

-      Filago minima (historisch als Heilpflanze genutzt)

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Guter Nachbar:

-      Sand-Strohblume, Thymian, Natternkopf, Lavendel, Wilde Malve.

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten (konkurrieren um Nährstoffe).

-      Pflanzen mit hohem Wasserbedarf (führen zu Staunässe).

Beste Mischkulturen:

-      In Wildblumenwiesen auf sandigen Böden.

-      In Steingärten als Bodendecker.

-      In Trockenrasenbeeten mit anderen anspruchslosen Pflanzen.

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Quellennachweis:

-      Pahlow, M. (2021). Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer.

-      Lauber, K., & Wagner, G. (2018). Flora Helvetica. Haupt Verlag.

-      Mabey, R. (2012). Essbare Wildpflanzen. Kosmos Verlag.

-      Plants for a Future (PFAF). (2020). Filago vulgaris – Database.

-      BfN (Bundesamt für Naturschutz). (2019). Rote Liste der Filzkräuter in Deutschland.