Grüner Markstammkohl (Brassica oleracea var. gongylodes 'Green Vienna')

Die Pflanze Grüner Markstammkohl (Brassica oleracea var. gongylodes 'Green Vienna') ist eine klassische, grüne Sorte des Kohlrabis mit einem verdickten, essbaren Stängel. Sie ist robust, vielseitig und ein Klassiker in mitteleuropäischen Gemüsegärten.


Name (Deutsch): Grüner Markstammkohl

Botanischer Name:

  • Brassica oleracea var. gongylodes 'Green Vienna'

Gattung: Brassica

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Name im Volksmund: Grüner Kohlrabi, Wiener Kohlrabi, Markkohl

Wieviele Unterarten in Europa:

  • Ca. 5–7 Unterarten der Art Brassica oleracea (inkl. Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl etc.), wobei 'Green Vienna' eine spezifische Sorte ist. Die genaue Anzahl der Unterarten variiert je nach taxonomischer Einordnung.

Anbauordnung: Kulturpflanze (Gemüse)

Kulturart: Gemüse

Klimazone: Gemäßigte Zone (optimal: 15–20 °C)

Erntezeitraum:

-      Mai bis Oktober (je nach Aussaatzeitpunkt; frühe Sorten ab April, späte bis in den November)

Zehrer Art: Starkzehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Frostempfindlich: Keine Temperaturen unter -5 °C.

-      Staunässe vermeiden: Führt zu Wurzelfäule.

-      Regelmäßige Düngung: Da Starkzehrer, benötigt nährstoffreichen Boden.

Bemerkung:

-      Einjährig bis zweijährig (im mitteleuropäischen Anbau meist einjährig, da nicht winterhart). Bildet im ersten Jahr den essbaren Stängel und blüht im zweiten Jahr.

Bester Fundort in der Natur:

-      Kein natürlicher Fundort – es handelt sich um eine Kulturpflanze.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Gute Nachbarn: Salat, Spinat, Erbsen, Bohnen, Sellerie (fördern gegenseitig das Wachstum).

-      Schlechte Nachbarn: Tomaten, andere Kohlarten, Erdbeeren (konkurrieren um Nährstoffe und ziehen ähnliche Schädlinge an).


Blütenbeschreibung:

-      Farbe: Hellgelb bis cremeweiß.

-      Form: Typische Kreuzblütler-Blüten mit vier Blütenblättern in Kreuzform.

-      Blütezeit: Mai bis Juli (im zweiten Jahr).

-      Standort der Blüten: Aufrecht an verzweigten Stängeln.

Blattbeschreibung:

-      Form: Breit, rundlich bis oval, mit glatten bis leicht gewellten Rändern.

-      Farbe: Hellgrün bis mittelgrün.

-      Besonderheit: Blätter sind essbar und haben einen milden Kohlgeschmack.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Form: Verdickter, fleischiger Stängel (Mark) mit grüner Färbung.

-      Durchmesser: 5–10 cm (je nach Sorte und Anbaubedingungen).

-      Besonderheit: Der Stängel ist das Hauptnutzorgan.

Samenbeschreibung:

-      Form: Rundlich bis oval, klein (1–2 mm Durchmesser).

-      Farbe: Dunkelbraun bis schwarz.

-      Keimfähigkeit: 3–4 Jahre bei trockener, kühler Lagerung.

Art der Wurzler:

-      Tiefwurzelnd (bis zu 30 cm tief, aber auch flachere Seitenwurzeln).


Geruch der Pflanze: Mild, leicht süßlich, typisch "kohlartig".

Geschmack der Pflanze:

-      Stängel: Knackig, süßlich, nussig.

-      Blätter: Etwas herber, aber mild.

Lebenszeitspanne:

-      Einjährig bis zweijährig (im mitteleuropäischen Anbau meist einjährig).

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Förderung von Nützlingen: Ansiedlung von Marienkäfern, Schlupfwespen und Vögeln (z. B. durch Blühstreifen).

-      Mechanische Barrieren: Vlies gegen Kohlfliege oder Kohlweißling.

-      Natürliche Spritzmittel: Brennnesseljauche oder Neemöl gegen Blattläuse.


Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen).

Keimdauer: 5–10 Tage (bei optimalen Bedingungen).

Keimtemperatur: 15–20 °C (nicht unter 10 °C oder über 25 °C).

Keimvorbereitung:

-      Samen 12–24 Stunden in Wasser einweichen (beschleunigt die Keimung).

Keimfähigkeit in Jahren: 3–4 Jahre (bei trockener Lagerung).


Aussaatzeitraum:

-      Vorkultur (indoor): März bis April (für frühe Ernte).

-      Direktsaat (outdoor): April bis Mai (nach den letzten Frösten) oder Juli bis August (für Herbsternte).

Aussaat Tiefe: 1–2 cm (flach, da Lichtkeimer).

Abstand in der Reihe: 30–40 cm.

Abstand zur nächsten Pflanze:

-      40–50 cm (da Starkzehrer und großer Platzbedarf).

Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen, später auf 1 Pflanze vereinzeln.


Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Hochbeet, Mischkulturbeet.

Idealer Boden:

-      Tiefgründig, humusreich, locker, gut drainiert (keine Verdichtung).

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch).


Gießverhalten:

-      Regelmäßig, aber nicht zu nass (Boden gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden).

Sonnenbedarf:

-      Volle Sonne bis Halbschatten (mindestens 6 Stunden Sonne täglich für optimale Stängelbildung).

Düngereinsatz:

-      Regelmäßig (alle 3–4 Wochen mit organischem Gemüsedünger oder Kompost).

Empfohlener Dünger:

-      Kompost, Hornspäne, Brennnesseljauche, Kali-betonter Dünger (z. B. Patentkali).


Ist das Anhäufen von Vorteil:

-      Ja, besonders bei Sorten mit langer Stängelbildung. Anhäufeln fördert die Bildung von zusätzlichem Mark und stabilisiert die Pflanze.

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein.

Ist ein Spalier notwendig: Nein.


Krautzuordnung: Gemüse, Küchenkraut

Mit Heilwirkung: Nein (aber nährstoffreich und gesund).

Essbar: Ja

Welche essbaren Teile:

- Stängel (Mark) – Hauptnutzorgan.

- Blätter – jung und zart besonders schmackhaft.

- Sprossen – in der asiatischen Küche verwendet.

Giftig: Nein

Welche giftigen Teile: Keine bekannt.

Verwechslungsgefahr mit:

-      Blauem Markstammkohl (Brassica oleracea var. gongylodes 'Blue Star') – ähnliche Form, aber blaue Färbung.

-      Wildkohl (Brassica oleracea var. oleracea) – wilder Vorfahre, aber nicht essbar im gleichen Maße.


Verwendung in der Küche:

-      Roh: In Salaten, als Snack mit Dip.

-      Gekocht: Gedünstet, gebraten, als Suppe, im Eintopf.

-      Gebacken: Überbacken, als "Kohlrabi-Pommes".

-      Fermentiert: Als Sauerkraut oder Fermentgemüse.

-      Saft: Frisch gepresst für einen nährstoffreichen Drink.

Beste Haltbarmachung:

-      Einfrieren: Stängel schälen, in Stücke schneiden, blanchieren und einfrieren.

-      Einkochen: Als Chutney oder Relish.

-      Trocknen: Blätter zu Pulver mahlen (für Gewürzmischungen).

-      Fermentieren: Als milchsauer eingelegtes Gemüse.

Lagerung der Pflanze:

-      Kühl und feucht: Im Gemüsefach des Kühlschranks (1–2 Wochen haltbar).

-      Lagerung im Keller: In Sand eingeschlagen (für längere Haltbarkeit bis zu 3 Monate).

-      Getrocknet: An einem dunklen, trockenen Ort (Blätter und Stängel).


Das beste Rezept: Gefüllte Kohlrabi mit Hackfleisch und Kräutern

Die beste Speise: Kohlrabi-Cremesuppe mit Kartoffeln und Majoran

Das beste Getränk: Kohlrabi-Orangen-Saft

Die beste Beilage:

-      Zu deftigen Gerichten wie Bratwurst, Schweinebraten oder Fisch


10 Unterarten von Brassica oleracea in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Wildkohl – Brassica oleracea var. oleracea

-      Kohlrabi – Brassica oleracea var. gongylodes

-      Weißkohl – Brassica oleracea var. capitata f. alba

-      Rotkohl – Brassica oleracea var. capitata f. rubra

-      Blumenkohl – Brassica oleracea var. botrytis

-      Brokkoli – Brassica oleracea var. italica

-      Rosenkohl – Brassica oleracea var. gemmifera

-      Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica

-      Wirsing – Brassica oleracea var. sabauda

-      Palmkohl – Brassica oleracea var. palmifolia


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Weißkohl – Brassica oleracea var. capitata f. alba

-      Blumenkohl – Brassica oleracea var. botrytis

-      Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica


Drei seltenste Unterarten in Europa:

-      Palmkohl – Brassica oleracea var. palmifolia (selten in traditionellen Gärten)

-      Portugiesischer Kohl – Brassica oleracea var. costata (begrenzt in Portugal und Spanien)

-      Sprossenkohl – Brassica oleracea var. gemmifera (selten in alten Sorten)


Drei ältesten Unterarten (kultiviert seit der Antike):

-      Wildkohl – Brassica oleracea var. oleracea (Urahn aller Kulturformen)

-      Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica (seit der Antike bekannt)

-      Kohlrabi – Brassica oleracea var. gongylodes (erstmals im 16. Jahrhundert dokumentiert)


Guter Nachbar:

-      Salat, Spinat, Erbsen, Bohnen, Sellerie, Zwiebeln, Kamille (fördern Wachstum und schützen vor Schädlingen).

Schlechter Nachbar:

-      Tomaten, andere Kohlarten, Erdbeeren, Knoblauch (ziehen Schädlinge an oder konkurrieren um Nährstoffe).

Beste Mischkulturen:

-      Kohlrabi + Salat (Salat beschattet den Boden und hält Unkraut zurück).

-      Kohlrabi + Bohnen (Bohnen reichern Stickstoff im Boden an).

-      Kohlrabi + Dill oder Kamille (locken Bestäuber an und vertreiben Schädlinge wie die Kohlfliege).


Quellennachweis:

-      Brassica oleracea – Arten und Sorten. (2023). Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), Quedlinburg.

-      Gemüseanbau – Kohlrabi. (2022). Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.

-      Kreuzblütler – Familie Brassicaceae. (2021). Botanischer Garten Berlin.

-      Kohlrabi 'Green Vienna' – Sortenporträt. (2020). Saatgut-Vielfalt e.V.

-      Essbare Wild- und Kulturpflanzen. (2019). Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart.

-      Pflanzenfamilien Mitteleuropas. (2018). Ulmer Verlag, Stuttgart.