Löwenzahn zählt nicht umsonst zu den Heilpflanzen. Seine Inhaltsstoffe waren bereits im Mittelalter bekannt und wurden gegen vielerlei Krankheiten eingesetzt. Richtig zubereitet treten seine Bitterstoffe beim Essen geschmacklich in den Hintergrund und es gelingen köstliche Speisen.


Name (Deutsch): Löwenzahn 

Botanischer Name: Taraxacum officinale 

Gattung: Taraxacum 

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) 

Name im Volksmund: Butterblume, Pusteblume, Kuhblume 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 370 Unterarten und Sippen (sehr artenreiche Gattung) 


Anbauordnung: Wildpflanze, Kulturpflanze (Kräuter/Wiesenpflanze) 

Kulturart: Wildkraut / Wiesenpflanze / Heilpflanze 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: April bis Oktober 

Zehrer Art: Schwach Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Sehr robust, oft als Unkraut angesehen, aber ökologisch wertvoll für Insekten und Boden 

Bemerkung: Tiefwurzelnd, verbessert Bodenstruktur, wichtige Nektarquelle für Bienen 

Bester Fundort in der Natur: Wiesen, Weiden, Straßenränder, Gärten, sonnige bis halbschattige Plätze 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: Fördert Bodenlockerung; Mischkulturen mit Karotten und Zwiebeln sind vorteilhaft (verbessert Bodenqualität) 


Blütenbeschreibung: Einzelne, leuchtend gelbe Blütenköpfe aus vielen kleinen Röhrenblüten, strahlenförmig 

Blattbeschreibung: Rosettenförmig, länglich, tief gezähnt, dunkelgrün 

Stamm-/Stielbeschreibung: Hohe, hohle, unbehaarte Stängel mit milchigem Saft 

Samenbeschreibung: Kleine Samen mit Haarschirm (Pappus) zur Windverbreitung 

Art der Wurzler: Pfahlwurzel, tiefwurzelnd 


Geruch der Pflanze: Leicht bitter, herb 

Geschmack der Pflanze: Bitter, besonders die Blätter; Wurzeln milder und süßlich 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig (ausdauernd) 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: Bitterstoffe und Latexsaft schützen vor vielen Schädlingen 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 7–14 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Behandlung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre 


Aussaatzeitraum: März bis Juli 

Aussaat Tiefe: Ca. 0,5 cm flach 

Abstand in der Reihe: 15–20 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1–2 


Bevorzugte Beet Art: Locker, nährstoffreich, gut durchlässig 

Idealer Boden: Lehmig bis sandig, gut durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht sauer) 

Gießverhalten: Mäßig, trockenresistent 

Sonnenbedarf: Sonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Gering, bevorzugt organisch 

Empfohlener Dünger: Kompost oder organischer Kräuterdünger 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Wiesenpflanze, Heilpflanze, Küchen- und Würzkraut, Unkraut 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Bitterstoffe (Taraxacin), Inulin, Vitamine (A, C, K), Mineralstoffe (Kalium) 

Anwendungsbereiche: Leber- und Gallebeschwerden, Verdauungsförderung, entwässernd, entzündungshemmend 

Verabreichung: Trinken (Tee), essen (Blätter, Wurzel), Umschläge, Tinkturen 


Essbar: Ja 

Welche e-Teile: Blätter, Blüten, Wurzeln 

Giftig: Nein 

Welche g-Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: Gänsedistel (ähnliche Blattform, andere Blüte) 


Verwendung in der Küche: Salate, Suppen, Gemüsebeilagen, Tee 

Beste Haltbarmachung: Trocknen (Blätter, Blüten) oder Einfrieren (Blätter) 

Lagerung der Pflanze: Trocken, dunkel, luftdicht 

Das beste Rezept: Frischer Löwenzahnsalat mit Zitrone und Olivenöl 

Die beste Speise: Löwenzahnsalat 

Das beste Getränk: Löwenzahnwurzel-Tee 

Die beste Beilage: Gedünsteter Löwenzahn mit Knoblauch und Butter 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

  1. Gewöhnlicher Löwenzahn – *Taraxacum officinale* 
  2. Breitblättriger Löwenzahn – *Taraxacum latifrons* 
  3. Kleiner Löwenzahn – *Taraxacum parviflorum* 
  4. Wiesenlöwenzahn – *Taraxacum pratense* 
  5. Spießlöffel – *Taraxacum spathulatum* 
  6. Großer Löwenzahn – *Taraxacum grandiflorum* 
  7. Alpen-Löwenzahn – *Taraxacum alpinum* 
  8. Wald-Löwenzahn – *Taraxacum nemorale* 
  9. Sumpf-Löwenzahn – *Taraxacum palustre* 
  10. Gelber Löwenzahn – *Taraxacum flavum* 

Drei häufig vorkommende Unterarten: 

  • -      *Taraxacum officinale* (Gewöhnlicher Löwenzahn) 
  • -      *Taraxacum alpinum* (Alpen-Löwenzahn) 
  • -      *Taraxacum palustre* (Sumpf-Löwenzahn) 

Drei selten vorkommende Unterarten: 

  • -      *Taraxacum nemorale* (Wald-Löwenzahn) 
  • -      *Taraxacum latifrons* (Breitblättriger Löwenzahn) 
  • -      *Taraxacum grandiflorum* (Großer Löwenzahn) 

Guter Nachbar: Karotten, Zwiebeln, Tomaten (durch Bodenlockerung und Nährstoffmobilisierung) 

Schlechter Nachbar: Hülsenfrüchte (Konkurrenz um Nährstoffe) 

Beste Mischkulturen: Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Salate 


Quellen: diverse botanische Fachquellen, Kräuterbücher und ökologische Studien zu Taraxacum officinale