Der Breitwegerich wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar. Wenn man sich mit der wüchsigen Wildstaude genauer beschäftigt, gibt es aber Einiges zu entdecken.
Der Breitwegerich (Plantago major), auch Großer Wegerich genannt, ist mit eine der bekanntesten Wildpflanzen in unseren Breiten. Die kleine, aber sehr robuste Rosettenpflanze mit den drahtigen Blütenständen wächst – wie der Name schon sagt – gern auch mitten auf Wegen. Sie verträgt so manchen Menschen- oder Viehtritt.
Im Volksmund heißt die Pflanze unter anderem auch Wegeblatt, Wegtritt, Rippenblatt, Saurüssel oder Mausöhrle. Die artenreiche Gattung der Wegeriche (Plantago) enthält rund 190 verschieden Arten. Von ihnen sind vor allem noch der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und der Strandwegerich (Plantago maritima) in unseren Breiten häufig zu finden.
Die Wegeriche haben ihre eigene Familie, die Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Der Breitwegerich wächst wie bereits erwähnt auf Wegen und an Wegrändern, auf Feldern und Höfe und in Rasenflächen, selbst aus kleinsten Pflasterritzen sprießt er. Es gibt drei Unterarten der Pflanze bei uns.
Die botanischen Zeigerwerten nach Ellenberg weisen die Wildstaude als Lichtpflanze aus, als Frischezeiger in Bezug auf den Feuchtigkeitsgrad des Bodens und als mäßigen Stickstoffzeiger. Der Breitwegerich ist häufig anzutreffen und daher in seinem Bestand nicht gefährdet. Er ist eine Charakter-Art der Pflanzengesellschaft des Wirtschafts-Grünlandes (Molinio-Arrhenateretea).
Breitwegerich ist eine robuste Wildpflanze mit wertvollen Heilwirkungen und vielseitiger Verwendung in Küche und Naturheilkunde. Sie ist ein wichtiger Bestandteil naturnaher Lebensräume und Gärten. 🍃🌿
Name (Deutsch): Breitwegerich
Botanischer Name: Plantago major
Gattung: Plantago
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Name im Volksmund: Breitwegerich, Großer Wegerich, Gemeiner Wegerich
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 3 Unterarten (je nach Quelle)
Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich als Heilpflanze kultiviert
Kulturart: Wildkraut / Wiesenpflanze
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: April bis Oktober
Zehrer Art: Schwachzehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Keine bekannten Risiken bei sachgemäßer Anwendung; bei Allergien Vorsicht geboten
Bemerkung: Mehrjährige krautige Pflanze, robust und anpassungsfähig; häufig an Wegen, auf Wiesen und Ruderalflächen zu finden
Bester Fundort in der Natur: Wege, Wiesen, Gärten, Äcker, Ruderalflächen
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit vielen Wild- und Kulturpflanzen, fördert Bodenstabilität
Blütenbeschreibung: Kleine, grünlich-braune Blüten in dichten, zylindrischen Ähren
Blattbeschreibung: Breite, ovale bis eiförmige Blätter mit deutlichen Längsnerven
Stamm-/Stielbeschreibung: Blütenstand auf langem, unverzweigtem Stiel, blattlos
Samenbeschreibung: Kleine, braune Samen in Kapseln
Art der Wurzler: Flachwurzelnd
Geruch der Pflanze: Schwach, kaum wahrnehmbar
Geschmack der Pflanze: Mild, leicht herb
Lebenszeitspanne: Mehrjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, dient als Bodendecker
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 10–20 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling (März bis Mai)
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm
Abstand in der Reihe: 15–20 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 20–25 cm
Samen pro Pflanzloch: 1–2
Bevorzugte Beet Art: Wildkrautbeet, naturnaher Garten, Wiesenbereich
Idealer Boden: Nährstoffreich, feucht bis mäßig trocken
pH-Wert des Bodens: 5,5–7,5
Gießverhalten: Mäßig, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Sonne bis Halbschatten
Düngereinsatz: Nicht erforderlich
Empfohlener Dünger: Nicht relevant
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wildkraut, Heilpflanze, Wiesenpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Aucubin
Anwendungsbereiche: Wundheilung, Entzündungen, Husten, Verdauung
Verabreichung: Umschläge, Tee, Tinkturen, Frischpflanzenanwendung
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Junge Blätter, Samen
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine
Verwechslungsgefahr mit: Spitzwegerich (Plantago lanceolata), der schmalere Blätter hat
Verwendung in der Küche: Salate, Suppen, Smoothies (junge Blätter)
Beste Haltbarmachung: Frisch verwenden oder trocknen
Lagerung der Pflanze: Kühl und dunkel lagern
Das beste Rezept: Breitwegerich-Smoothie mit Apfel und Banane
Die beste Speise: Frischer Wildkräutersalat mit Breitwegerich
Das beste Getränk: Breitwegerich-Tee
Die beste Beilage: Leichte Gemüsegerichte
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
1. Plantago major subsp. major
2. Plantago major subsp. intermedia
3. Plantago major subsp. asiatica
4. Plantago major var. major
5. Plantago major var. latifolia
6. Plantago major var. depressa
7. Plantago major var. mollis
8. Plantago major var. aquatica
9. Plantago major var. elongata
10. Plantago major var. minor
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- subsp. major
- subsp. intermedia
- var. major
Drei seltene Unterarten:
- var. aquatica
- var. depressa
- var. mollis
Guter Nachbar: Kräuter wie Kamille, Salbei, Brennnessel
Schlechter Nachbar: Stark konkurrenzierende Pflanzen mit dichtem Wurzelwerk
Beste Mischkulturen: Naturnahe Kräuter- und Wildpflanzenmischungen
Quellennachweis:
- Flora Europaea
- Pflanzen-Deutschland
- Heilpflanzenlexika
- Wikipedia: Plantago major
- Ökologie-Seiten