Name (Deutsch): Brennnessel 

Botanischer Name: Urtica dioica 

Gattung: Urtica 

Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse (Urticaceae) 

Name im Volksmund: Große Brennnessel, Stiel-Brennnessel, Nesselkraut 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 4–6 Unterarten und Varietäten (je nach Quelle) 


Anbauordnung: Wildpflanze, Kulturpflanze (Kräuter) 

Kulturart: Wildkraut / Gemüse / Heilpflanze 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: März bis September (junge Triebe und Blätter) 

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Brennhaare können Hautreizungen verursachen; vor der Verarbeitung am besten blanchieren oder trocknen 

Bemerkung: Sehr nährstoffreich und vielseitig verwendbar; wichtige Nektarpflanze für Insekten 

Bester Fundort in der Natur: Nährstoffreiche, feuchte Böden an Waldrändern, Hecken, Flussufern und Gärten 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: Fördert das Wachstum von Nachbarpflanzen durch Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen; gut für Kompostierung 


Blütenbeschreibung: Kleine, grünlich-weiße Blüten in hängenden Rispen, unscheinbar 

Blattbeschreibung: Herz- bis eiförmig, grob gezähnt, mit Brennhaaren besetzt 

Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrechter, kantiger Stängel, behaart und mit Brennhaaren 

Samenbeschreibung: Kleine, braune Samen, rundlich 

Art der Wurzler: Flach- bis mitteltief wurzelnd, rhizombildend 


Geruch der Pflanze: Frisch, leicht krautig 

Geschmack der Pflanze: Würzig, leicht nussig, herb 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig (ausdauernd) 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: Brennhaare schützen vor Fraßfeinden; zieht Nützlinge an 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 10–21 Tage 

Keimtemperatur: 15–22 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Behandlung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre 


Aussaatzeitraum: Frühling (März bis Mai) 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: 30 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1–2 


Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, Wildpflanzenbeet, halbschattige Stellen 

Idealer Boden: Nährstoffreich, humos, feucht, gut durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht sauer) 

Gießverhalten: Mäßig, bevorzugt feuchte Böden 

Sonnenbedarf: Halbschattig bis sonnig 

Düngereinsatz: Mittel bis hoch, bevorzugt organisch 

Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Kräuterdünger 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein, da Brennnessel sich stark ausbreitet 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Gemüse, Heilpflanze, Würzkraut 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Kieselsäure, Flavonoide, Histamin, Acetylcholin, Vitamin C, Eisen, Kalium 

Anwendungsbereiche: Entzündungshemmend, harntreibend, blutreinigend, bei Rheuma, Hautproblemen, Haarausfall 

Verabreichung: Trinken (Tee), essen (junge Blätter), cremen, Umschläge, Tinkturen 


Essbar: Ja 

Welche e-Teile: Junge Blätter und Triebe 

Giftig: Nein 

Welche g-Teile: Keine giftigen Teile bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: Keine bedeutenden Verwechslungen, aber junge Blätter können mit anderen Wildkräutern verwechselt werden 


Verwendung in der Küche: Spinat-Ersatz, Suppen, Pestos, Smoothies, Kräuterquark 

Beste Haltbarmachung: Blanchiert eingefroren oder getrocknet 

Lagerung der Pflanze: Frisch kühl lagern, getrocknet dunkel und luftdicht 

Das beste Rezept: Brennnesselsuppe 

Die beste Speise: Frischer Brennnesselspinat 

Das beste Getränk: Brennnesseltee 

Die beste Beilage: Zu Kartoffelgerichten oder Eintöpfen 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

1.     Große Brennnessel – *Urtica dioica* 

2.     Kleine Brennnessel – *Urtica urens* 

3.     Alpen-Brennnessel – *Urtica alpina* 

4.     Glatte Brennnessel – *Urtica gracilis* 

5.     Sibirische Brennnessel – *Urtica sibirica* 

6.     Brennnesselvarietät mit roten Stängeln – *Urtica dioica* var. *rubra* 

7.     Brennnesselvarietät mit behaarten Blättern – *Urtica dioica* var. *hirsuta* 

8.     Brennnesselvarietät mit glatten Blättern – *Urtica dioica* var. *glabra* 

9.     Brennnesselvarietät mit kleinen Blättern – *Urtica dioica* var. *minor* 

10. Brennnesselvarietät mit langen Brennhaaren – *Urtica dioica* var. *longispina* 


Drei häufig vorkommende Unterarten: 

  • -      *Urtica dioica* (Große Brennnessel) 
  • -      *Urtica urens* (Kleine Brennnessel) 
  • -      *Urtica alpina* (Alpen-Brennnessel) 

Drei selten vorkommende Unterarten: 

  • -      *Urtica sibirica* (Sibirische Brennnessel) 
  • -      *Urtica dioica* var. *rubra* (Rote Stängel) 
  • -      *Urtica dioica* var. *longispina* (Lange Brennhaare) 

Guter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen wie Tomaten, Kohl, Gurken 

Schlechter Nachbar: Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf, die von der Nährstoffkonkurrenz beeinträchtigt werden 

Beste Mischkulturen: Tomaten, Kohl, Gurken, Kürbis, Bohnen 


Quellennachweis:

  • -      Botanische Fachliteratur zu Urtica dioica 
  • -      Heilpflanzenlexika und Kräuterbücher 
  • Ökologische Studien zu Wildpflanzen und Mischkulturen