Filz-Klette (Arctium tomentosum)

Die Filz-Klette ist eine markante Wildpflanze, die durch ihre klettenden Samen bekannt ist und sowohl ökologisch als auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde Bedeutung besitzt. 🌿


Name (Deutsch): Filz-Klette 

Botanischer Name: Arctium tomentosum 

Gattung: Arctium 

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) 

Name im Volksmund: Wollige Klette, Filzige Klette 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa:

-      Ca. 3-5 Unterarten (je nach Quelle) 


Anbauordnung: Wildpflanze 

Kulturart: Wiesenpflanze / Wildkraut 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: Spätsommer bis Herbst (August bis Oktober) 

Zehrer Art: Mittel Zehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Klettenfrüchte haften stark an Kleidung und Fell, Ausbreitung durch Tiere und Menschen 

Bemerkung:

-      Wichtig für Insekten, besonders Bienen und Schmetterlinge; Klettfrüchte werden traditionell zur Herstellung von Klettverschlüssen als Vorbild genutzt 

Bester Fundort in der Natur:

-      Ruderalflächen, Wegränder, Waldränder, Brachen 

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen Wildkräutern, fördert Biodiversität 


Blütenbeschreibung:

-      Purpurrote bis violette, röhrenförmige Blüten in dichten Blütenköpfen, ca. 3-4 cm breit 

Blattbeschreibung:

-      Große, herzförmige bis eiförmige Blätter, filzig behaart, graugrün 

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Aufrechter, kräftiger Stängel, dicht filzig behaart, bis 1,5 m hoch 

Samenbeschreibung:

-      Braune, klettende Samen mit Hakenhaaren (Klettfrüchte) 

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd, kräftige Pfahlwurzel 


Geruch der Pflanze: Schwach, leicht krautig 

Geschmack der Pflanze: Bitter, herb 

Lebenszeitspanne: Zweijährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Unterstützt Nützlinge, keine direkte Schädlingsabwehr 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: Ca. 14-21 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung notwendig 

Keimfähigkeit in Jahren: Ca. 2-3 Jahre 


Aussaatzeitraum: Frühling (März bis Mai) 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: 30-40 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 40-50 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1-2 


Bevorzugte Beet Art: Naturgarten, Wildblumenwiese, Brachen 

Idealer Boden: Nährstoffreich, humos, feucht bis mäßig trocken 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 


Gießverhalten: Mäßig feucht, keine Staunässe 

Sonnenbedarf: Sonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Mittel, organisch bevorzugt 

Empfohlener Dünger: Kompost 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Wiesenpflanze, Heilpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Inulin, Bitterstoffe, Flavonoide, ätherische Öle 

Anwendungsbereiche:

-      Leber- und Gallenbeschwerden, Entzündungen, Hautprobleme 

Verabreichung: Tee, Umschläge, Tinkturen 


Essbar: Ja (in Maßen) 

Welche essbaren Teile: Junge Blätter und Wurzeln (gekocht) 

Giftig: Nein  

Welche giftigen Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit:

-      Große Klette (Arctium lappa), ähnliche Art, aber filziger 


Verwendung in der Küche: J

-      Junge Blätter als Wildgemüse, Wurzeln gekocht als Gemüse 

Beste Haltbarmachung:

-      Frisch verbrauchen oder blanchieren und einfrieren 

Lagerung der Pflanze: Kühl und feucht 


Das beste Rezept: Gedünstete Klette mit Kartoffeln 

Die beste Speise: Klette als Wildgemüse in Eintöpfen 

Das beste Getränk: Klettenwurzel-Tee 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

-      Filz-Klette – Arctium tomentosum subsp. tomentosum 

-      Arctium tomentosum subsp. glabrifolium 

-      Arctium tomentosum subsp. pubens 

-      Arctium tomentosum subsp. tomentosum var. minor 

-      Arctium tomentosum subsp. maximum 

-      Arctium tomentosum subsp. carpathicum 

-      Arctium tomentosum subsp. alpinum 

-      Arctium tomentosum subsp. sibiricum 

-      Arctium tomentosum subsp. orientale 

-      Arctium tomentosum subsp. balticum 


Drei häufig vorkommende Unterarten: 

-      Arctium tomentosum subsp. tomentosum 

-      Arctium tomentosum subsp. glabrifolium 

-      Arctium tomentosum subsp. pubens 


Drei seltene Unterarten: 

-      Arctium tomentosum subsp. alpinum 

-      Arctium tomentosum subsp. sibiricum 

-      Arctium tomentosum subsp. balticum 


Guter Nachbar:

-      Brennnessel, Schafgarbe, Löwenzahn (fördert Biodiversität) 

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrende Kulturpflanzen, die Nährstoffe stark entziehen 

Beste Mischkulturen:

-      Wildkräuter und Stauden, die wenig Konkurrenz bilden 


Quellennachweis: 

-      Flora Europaea, Band 5 

-      P. Schmeil, A. Fitschen: Flora von Deutschland 

-      Bundesamt für Naturschutz (BfN) – Artensteckbrief Arctium tomentosum 

-      Diverse botanische Fachbücher und Wildkräuterführer