Besonders Vegetarier profitieren von der Würze des Kerbels, da er ein natürlicher Geschmacksverstärker vieler Gemüse und Salate ist. Mit seinem anisartigen Aroma würzt Kerbel Soßen und Suppen, verfeinert wie keine anderen Eierspeisen und ist ein strahlender Begleiter von zarten Frühjahrsgemüsen.
Name (Deutsch): Kerbel
Botanischer Name: Anthriscus cerefolium
Gattung: Anthriscus
Pflanzenfamilie: Doldenblütler (Apiaceae)
Name im Volksmund: Gartenkerbel, Echter Kerbel, Franzosenkraut
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 1-2 Unterarten, keine weit verbreiteten Varietäten
Anbauordnung: Kulturpflanze (Kräuter)
Kulturart: Kräuter
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: April bis September
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Empfindlich gegenüber Trockenheit und Hitze; Schatten oder Halbschatten bevorzugt
Bemerkung: Einjähriges, zartes Würzkraut, beliebt in der französischen und mitteleuropäischen Küche
Bester Fundort in der Natur: Feuchte, schattige Standorte an Waldrändern, Hecken und Wiesen
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Gute Nachbarn sind Tomaten, Salat, Gurken; fördert Wachstum und Geschmack, kann Schädlinge fernhalten
Was sind die besten Mischkulturen: Tomaten, Salat, Gurken, Petersilie
Blütenbeschreibung: Kleine weiße Doldenblüten, meist 5-zählig, in lockeren Dolden angeordnet
Blattbeschreibung: Fein gefiederte, hellgrüne Blätter, weich und zart
Stamm-/Stielbeschreibung: Dünne, hohle, grüne Stängel, 30–60 cm hoch
Samenbeschreibung: Kleine, längliche, braune Samen mit feiner Riffelung
Art der Wurzler: Flachwurzelnd
Geruch der Pflanze: Frisch, leicht süßlich, anisartig
Geschmack der Pflanze: Mild, leicht süßlich, würzig
Lebenszeitspanne: Einjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, wirkt abschreckend auf Blattläuse und andere Schädlinge
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 7–14 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum: März bis Juni
Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm
Abstand in der Reihe: 20–25 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 25–30 cm
Samen pro Pflanzloch: 2–3
Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, Gemüsebeet, Halbschattenplätze
Idealer Boden: Locker, humusreich, feucht, gut durchlässig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,0
Gießverhalten: Regelmäßig feucht halten, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Halbschattig bis schattig
Düngereinsatz: Mäßig, organisch bevorzugt
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Kräuterdünger
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Küchen- und Würzkraut
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Ätherische Öle, Apiol, Flavonoide, Vitamin C
Anwendungsbereiche: Verdauungsfördernd, krampflösend, blutreinigend, bei Erkältungen
Verabreichung: Essen, Trinken (Tee), Tinkturen
Essbar: Ja
Welche e-Teile: Blätter, junge Triebe
Giftig: Nein
Welche g-Teile: Keine giftigen Teile bekannt
Verwechslungsgefahr mit: Giftiger Gefleckter Schierling (Conium maculatum) – unbedingt auf sichere Bestimmung achten!
Verwendung in der Küche: Würzen von Suppen, Salaten, Eierspeisen, Fisch und Geflügel
Beste Haltbarmachung: Frisch verwenden oder kurz luftgetrocknet
Lagerung der Pflanze: Kühl und feucht, z.B. im Kühlschrank in feuchtem Tuch
Das beste Rezept: Kerbel-Sahnesauce zu Fisch
Die beste Speise: Frische Salate und Kräuterquark
Das beste Getränk: Kerbel-Tee
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
1. Echter Kerbel – *Anthriscus cerefolium*
2. Gewöhnlicher Kerbel – *Anthriscus sylvestris* (Wiesenkerbel)
3. Geflügelter Kerbel – *Anthriscus caucalis*
4. Bergkerbel – *Anthriscus nitida*
5. Waldkerbel – *Anthriscus sylvestris* subsp. *nemorosa*
6. Glatter Kerbel – *Anthriscus smoothii* (regional selten)
7. Alpenkerbel – *Anthriscus alpina* (selten)
8. Kleinblütiger Kerbel – *Anthriscus microcarpa*
9. Sumpfkerbel – *Anthriscus palustris*
10. Schmalblättriger Kerbel – *Anthriscus angustifolia*
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Echter Kerbel (*Anthriscus cerefolium*)
- Gewöhnlicher Kerbel (*Anthriscus sylvestris*)
- Geflügelter Kerbel (*Anthriscus caucalis*)
Drei selten vorkommende Unterarten:
- Alpenkerbel (*Anthriscus alpina*)
- Glatter Kerbel (*Anthriscus smoothii*)
- Schmalblättriger Kerbel (*Anthriscus angustifolia*)
Guter Nachbar: Tomaten, Gurken, Salat, Petersilie
Schlechter Nachbar: Fenchel (hemmt Wachstum)
Was sind die besten Mischkulturen: Kerbel zusammen mit Tomaten, Gurken und Salat für bessere Erträge und Schädlingsabwehr
Quellennachweis:
- „Pflanzenportrait: Kerbel“ – Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
- „Kräuter in Garten und Küche“ – Ulmer Verlag
- „Flora Europaea“ – Royal Botanic Gardens, Kew