Die Ackerwinde ist eine ausdauernde, stark wuchernde Kletterpflanze, die als hartnäckiges Unkraut in landwirtschaftlichen Flächen gilt. Sie breitet sich über unterirdische Rhizome und Samen aus und kann Kulturpflanzen stark konkurrenzieren. Trotz ihrer Unkrauteigenschaft ist sie eine wertvolle Nektarquelle für Insekten.
Name (Deutsch): Ackerwinde
Botanischer Name: Convolvulus arvensis
Gattung: Convolvulus
Pflanzenfamilie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Name im Volksmund: Ackerwinde, Gemeine Winde, Feldwinde
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 2 Unterarten
Anbauordnung: Wildpflanze, Unkraut in Kulturflächen
Kulturart: Wiesenpflanze / Unkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Juni bis Oktober (Blütezeit)
Zehrer Art: Mittel Zehrer bis Starkzehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Sehr ausbreitungsfreudig, schwer zu bekämpfen, bildet dichte Teppiche
Bemerkung: Tiefwurzelnd, rankend, bis 2 m lange Triebe
Bester Fundort in der Natur: Ackerränder, Ruderalflächen, Gärten, Wegränder
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich mit vielen Wildpflanzen, kann aber Kulturpflanzen verdrängen
Blütenbeschreibung: Trichterförmige, weiße bis hellrosa Blüten mit dunkleren Adern, 2–4 cm Durchmesser
Blattbeschreibung: Pfeilförmig bis lanzettlich, grün, glatt, oft spitz zulaufend
Stamm-/Stielbeschreibung: Kletternde, dünne, windende Stängel, bis 2 m lang
Samenbeschreibung: Kleine, braune Samen in kugeligen Kapseln
Art der Wurzler: Tiefreichendes Rhizomsystem
Geruch der Pflanze: Schwach, kaum wahrnehmbar
Geschmack der Pflanze: Bitter, herb
Lebenszeitspanne: Mehrjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, aber schwer biologisch zu kontrollieren
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 7–14 Tage
Keimtemperatur: 15–25 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: 2–4 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling bis Sommer
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm
Abstand in der Reihe: Nicht relevant, wild wachsend
Abstand zur nächsten Pflanze: Nicht relevant
Samen pro Pflanzloch: Nicht relevant
Bevorzugte Beet Art: Wildkrautflächen, Ruderalflächen
Idealer Boden: Nährstoffreich, locker, gut durchlässig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
Gießverhalten: Mäßig feucht bevorzugt
Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig
Düngereinsatz: Verträgt hohe Nährstoffgaben
Empfohlener Dünger: Nicht relevant
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wildkraut, Unkraut, Wiesenpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Alkaloide, Flavonoide, Gerbstoffe
Anwendungsbereiche: Traditionell bei Verdauungsbeschwerden, äußerlich bei Hautproblemen
Verabreichung: Trinken (Tee), Umschläge, Salben
Essbar: Ja (junge Triebe)
Welche essbaren Teile: Junge Triebe und Blätter
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit: Andere Windengewächse, z.B. Zaunwinde (Calystegia sepium)
Verwendung in der Küche: Junge Triebe gekocht oder roh in Salaten
Beste Haltbarmachung: Frisch oder blanchiert einfrieren
Lagerung der Pflanze: Kühl und dunkel
Das beste Rezept: Gedünstete Ackerwinde mit Knoblauch und Öl
Die beste Speise: Gekochte junge Triebe als Gemüse
Das beste Getränk: Winden-Tee
Die beste Beilage: Leichte Gemüsegerichte
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
1. Ackerwinde – Convolvulus arvensis subsp. arvensis
2. Convolvulus arvensis subsp. glandulosus
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Convolvulus arvensis subsp. arvensis
- Convolvulus arvensis subsp. glandulosus
- Keine weiteren häufigen Unterarten bekannt
Drei selten vorkommende Unterarten:
- Keine weiteren seltenen Unterarten bekannt
Guter Nachbar: Stauden und Kräuter mit dichter Bodenbedeckung
Schlechter Nachbar: Schwachwüchsige Jungpflanzen
Beste Mischkulturen: Fruchtfolge, Zwischenfrüchte zur Unkrautunterdrückung
Quellennachweis:
- Floraweb (Bayerisches Landesamt für Umwelt)
- BiolFlor – Datenbank zur biologisch-ökologischen Charakterisierung der Gefäßpflanzen Deutschlands
- Flora Europaea
- Diverse agrarwissenschaftliche und pflanzenheilkundliche Fachliteratur