Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

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Der Adlerfarn ist einer der häufigsten und bekanntesten Farne Europas. Mit seinen bis zu zwei Meter hohen Wedeln prägt er ganze Landschaften und ist ein Symbol für wildromantische Wälder und Moore. Er ist robust, aber auch giftig – daher ist Vorsicht bei der Nutzung geboten.

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Name (Deutsch): Adlerfarn

Botanischer Name: Pteridium aquilinum

Gattung: Pteridium

Pflanzenfamilie: Adlerfarngewächse (Dennstaedtiaceae)

Name im Volksmund: Gemeiner Adlerfarn, Farnkraut, Adlerwedel, Truthahnfarn, Bracken, Adlerfarnkraut

Wieviele Unterarten in Europa: Ca. 3–5 Unterarten und Varietäten,

z. B.:

-      Pteridium aquilinum subsp. aquilinum

-      Pteridium aquilinum subsp. pinetorum

-      Pteridium aquilinum subsp. atlanticum

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Anbauordnung: Wildpflanze, Zierpflanze (in naturnahen Gärten), Forstpflanze

Kulturart: Waldpflanze, Zierstaude, Wildpflanze

Klimazone: Gemäßigte bis subtropische Zone (Europa, Asien, Nordamerika, Afrika)

Erntezeitraum:

-      Junge Wedel (im Frühjahr): April–Mai (vor der Entfaltung)

-      Wurzeln: Herbst (September–Oktober)

Zehrer Art: Mittel Zehrer

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Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Hochgiftig! Enthält Ptaquilosid, ein Karzinogen, das bei Verzehr zu schweren Vergiftungen führen kann.

-      Nicht in der Nähe von Weideflächen anpflanzen, da das Gift in Milch und Fleisch übergehen kann.

-      Breitet sich aggressiv aus durch unterirdische Ausläufer – Kontrolle ist wichtig!

-      Keine Verbrennung des Farns, da dabei giftige Dämpfe entstehen können.

Bemerkung:

-      Mehrjährig und extrem widerstandsfähig.

-      Bildet dichte Bestände und verdrängt andere Pflanzen.

-      Historisch als Einstreu, Dachdeckmaterial und sogar als Nahrungsmittel genutzt (heute obsolet wegen der Giftigkeit).

-      Junge Wedel wurden in Notzeiten gekocht und gegessen – aber nur nach spezieller Zubereitung!

Bester Fundort in der Natur:

-      Lichte Wälder, Waldränder, Heiden, Moore, Gebirgswiesen, Kahlschläge.

-      Bevorzugt säurehaltige, sandige bis lehmige Böden in sonnigen bis halbschattigen Lagen.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Kann andere Pflanzen verdrängen – besser als Solitär oder in großen, abgegrenzten Flächen pflanzen.

-      Fördert die Bodenlockerung und bietet Unterschlupf für kleine Tiere.

-      Nicht mit essbaren Pflanzen mischen, um Verwechslungen zu vermeiden.

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Blütenbeschreibung:

-      Adlerfarn blüht nicht! Er vermehrt sich über Sporen, die an der Unterseite der Wedel in Sporangien (braune Streifen) gebildet werden.

-      Sporenreife: Juli–September.

Blattbeschreibung:

-      Form: Doppelt bis dreifach gefiedert, langgestielt, wedelartig.

-      Farbe: Hellgrün bis dunkelgrün, im Herbst braun.

-      Größe: 50–200 cm lang (je nach Standort).

-      Besonderheit: Junge Wedel sind eingerollt und sehen aus wie ein "Adlerschnabel".

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Rhizom (Wurzelstock): Tief unterirdisch, bis zu 1 Meter lang, schwarz, kriechend.

-      Wedelstiel: Dunkelbraun, hart, bis zu 1 Meter lang.

Samenbeschreibung:

-      Keine Samen, sondern Sporen, die in Sporangien an der Unterseite der Wedel gebildet werden.

-      Verbreitung: Durch Wind.

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd (Rhizome)

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Geruch der Pflanze:

-      Frische Wedel: Fast geruchlos, leicht grasig.

-      Getrocknete Wedel: Leicht erdig.

Geschmack der Pflanze:

-      Frische Wedel: Bitter, herb.

-      Gekocht (nach spezieller Zubereitung): Mild, nussig.

Lebenszeitspanne: Mehrjährig (10–15 Jahre)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Fördert keine Schädlinge, aber kann Bodenverdichtung verursachen.

-      Dient als Lebensraum für kleine Tiere wie Reptilien und Insekten.

-      Kann als natürlicher Erosionsschutz auf Hängen dienen.

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Keimer Art: Sporenkeimer (keine klassische Samenkeimung)

Keimdauer: 2–6 Wochen (unter feuchten Bedingungen)

Keimtemperatur: 15–20 °C

Keimvorbereitung: Sporen direkt nach der Reife aussäen (Juli–September).

Keimfähigkeit in Jahren: 1–2 Jahre (Sporen verlieren schnell ihre Keimfähigkeit)

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Aussaatzeitraum: Juli–September (direkt nach der Sporenreife)

Aussaat Tiefe: Oberflächlich (Sporen nicht mit Erde bedecken, nur andrücken)

Abstand in der Reihe: 50–100 cm (bei Anzucht)

Abstand zur nächsten Pflanze: 100–200 cm (als adulte Pflanze)

Sporen pro Pflanzloch: Eine Prise (Sporen sind sehr klein)

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Bevorzugte Beet Art: Waldgarten, Moorbeet, Zierstaudenbeet, naturnaher Garten

Idealer Boden: Sauer, humusreich, locker, sandig-lehmig, feucht

pH-Wert des Bodens: 4,5–6,0 (sauer)

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Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden

Sonnenbedarf: Halbschatten bis Schatten (verträgt keine pralle Mittagssonne)

Düngereinsatz: Nicht nötig, da die Pflanze nährstoffarme Böden bevorzugt

Empfohlener Dünger: Keiner

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Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein

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Krautzuordnung: Waldpflanze, Zierpflanze, Wildpflanze

Mit Heilwirkung: Ja (historisch genutzt, heute obsolet!)

Wirkstoffe:

-      Ptaquilosid (giftig, karzinogen)

-      Tannine (adstringierend)

-      Flavonoide (antioxidativ)

-      Ätherische Öle (in Spuren)

Anwendungsbereiche (historisch, heute nicht mehr empfohlen!):

-      Entwässernd (harntreibend).

-      Entzündungshemmend (bei Hautkrankheiten).

-      Wundheilend (als Umschlag).

-      Antiparasitär (gegen Würmer).

Verabreichung:

-      Nur in der traditionellen Volksmedizin!

-      Keine Selbstmedikation! (Gefahr von Vergiftungen und Krebsrisiko.)

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Essbar: Ja (nur unter speziellen Bedingungen!)

Welche essbaren Teile: Junge Wedel (im Frühjahr, vor der Entfaltung!)

Giftig: Ja (roh oder falsch zubereitet!)

Welche giftigen Teile: Alle Pflanzenteile, besonders die jungen Wedel!

Verwechslungsgefahr mit:

-      Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris) – ähnliche Wedel, aber ungiftig und essbar.

-      Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) – ähnliche Wedel, aber giftig.

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Verwendung in der Küche:

-      Nur nach spezieller Zubereitung! (Mehrfaches Auskochen und Wegschütten des Kochwassers, um das Gift zu entfernen.)

-      Traditionell in Notzeiten als Gemüse oder Streckmittel für Mehl.

-      Heute nicht mehr empfohlen!

Beste Haltbarmachung:

- Frische Wedel: Nicht lagern – sofort verarbeiten.

- Getrocknete Wedel: Dunkel und trocken lagern (für Dekoration).

Lagerung der Pflanze:

- Frische Wedel: Nicht lagern – sofort verarbeiten oder entsorgen.

- Rhizome: Kühl und feucht (z. B. in Sand) für einige Wochen.

Das beste Rezept: Nicht empfehlenswert! (Adlerfarn ist heute als giftig eingestuft und sollte nicht verzehrt werden.)

Die beste Speise: Keine!

Das beste Getränk: Keines!

Die beste Beilage: Keine!

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10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Gemeiner Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. aquilinum

-      Berg-Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. pinetorum

-      Atlantischer Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. atlanticum

-      Skandinavischer Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. ssp.

-      Südeuropäischer Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. ibericum

-      Osteuropäischer Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. ssp.

-      Alpen-Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. alpinum

-      Pyrenäen-Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. pyrenaicum

-      Balkan-Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. ssp.

-      Britischer Adlerfarn – Pteridium aquilinum subsp. ssp.

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Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Pteridium aquilinum subsp. aquilinum (Gemeiner Adlerfarn)

-      Pteridium aquilinum subsp. pinetorum (Berg-Adlerfarn)

-      Pteridium aquilinum subsp. atlanticum (Atlantischer Adlerfarn)

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Drei seltenste Unterarten:

-      Pteridium aquilinum subsp. alpinum (Alpen-Adlerfarn)

-      Pteridium aquilinum subsp. pyrenaicum (Pyrenäen-Adlerfarn)

-      Pteridium aquilinum subsp. ibericum (Südeuropäischer Adlerfarn)

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Drei ältesten Unterarten:

-      Pteridium aquilinum subsp. aquilinum (älteste und verbreitetste Art)

-      Pteridium aquilinum subsp. pinetorum (seit der Antike bekannt)

-      Pteridium aquilinum subsp. atlanticum (historisch in Küstensgebieten genutzt)

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Guter Nachbar:

-      Waldmeister, Aronstab, Farne, Efeu, Wald-Geißblatt.

Schlechter Nachbar:

-      Essbare Pflanzen (Verwechslungsgefahr!).

-      Weideflächen (Giftübergang in Milch und Fleisch!).

Beste Mischkulturen:

-      In Waldgärten als Solitärpflanze.

-      In Moorbeeten mit anderen säureliebenden Pflanzen.

-      In naturnahen Gärten als Bodendecker in schattigen Lagen.

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Quellennachweis:

-      Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (2021). Giftpflanzen – Adlerfarn.

-      Lauber, K., & Wagner, G. (2018). Flora Helvetica. Haupt Verlag.

-      Pahlow, M. (2021). Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer.

-      Plants for a Future (PFAF). (2020). Pteridium aquilinum – Database.

-      WHO (World Health Organization). (2019). Carcinogenic Risks of Pteridium aquilinum.